Ende
August 2007 lud Iceland Express, die isländische Low-Cost-Airline,
zur zweieinhalbtägigen "Schnupperreise Island" ein -
Austrian Aviation Net war natürlich mit dabei!
Auch
wenn die Reise auf die mystisch-archaische Insel freilich viel zu kurz
war: Um "Hineinschnuppern" zu können - im wahrsten Sinne
des Wortes (der latente Schwefelgeruch des Wassers und des dazugehörigen
Dampfes ist zwar gewöhnungsbedürftig, aber nicht uncharmant!)
- wurde seitens des Veranstalters so viel als in der beschränkten
Zeit nur möglich aufgeboten, um für Island zu begeistern!
Die
gute Nachricht: Man kann ja wieder kommen - und das wirklich zu angenehmen
Flugbedingungen, in gepflegten Flugzeugen, freundlichem Service an Bord
und zu absolut leistbaren Preisen.
Werbeplakat
am Flughafen Friedrichshafen.
Der einfache
Flug ist ab 99 Euro inklusive Steuern und Gebühren erhältlich,
Kinder unter 12 Jahren zahlen die Hälfte (zusätzlich Steuern
und Gebühren). Zweimal die Woche verbindet der Island-Carrier
die isländische Hauptstadt Reykjavik mit dem Flughafen Friedrichshafen
(www.friedrichshafen-airport.eu), von wo aus ein Teil der Pressegruppe
am Mittag des 28. August startete, andere KollegInnen reisten aus
Berlin-Schönefeld sowie Frankfurt-Hahn an.
Damit
ist die Verbindung auch für österreichische Fluggäste
interessant: Entweder man wohnt ohnehin in Westösterreich und
kann per Auto oder Bahn rasch den "Bodensee-Airport" erreichen
oder man wählt von Wien oder Graz aus den Weg mit den LCC-Kollegen
von InterSky.
Iceland
Express - eine kontinuierlich wachsende Low-Cost-Airline
Neben
den eben genannten deutschen Flughäfen flog und fliegt Iceland-Express
im Sommerflugplan 2007 weitere 10 Flughäfen in Europa an: Alicante,
Basel, Billund, Kopenhagen, Eindhoven, Göteborg, London, Oslo,
Paris und Stockholm. Außerdem bietet die Airline Direktflüge
zwischen Kopenhagen und Akureyri in Nordisland und Egilsstadir in Ostinsland
an.
Bereits
im Februar 2003 ging Iceland Express mit dem ambitionierten Ziel an
den Start, den Flugverkehr von und nach Island zu revolutionieren. Das
Monopol von Icelandair war somit gebrochen, nach einigen Finanzierungskalamitäten
in der Anfangsphase gelang es Iceland Express sich zu etablieren: Seit
dem Start der Airline, die heute um die 120 MitarbeiterInnen zählt,
sei die Reiselust der Isländer um 35 Prozent gestiegen, lesen wir
in der Presseaussendung von IE: 2006 wurden insgesamt 350.000 Passagiere
befördert - "Iceland for everybody" lautet die Devise.
Die
Flugzeugflotte besteht aus vier McDonnell-Douglas MD-90 mit 150 bzw.
166 Sitzen, die Flüge werden betrieben von der Schweizerischen
"hello".
Die
"hello" MD-90-30 HB-JIE, eines der vier Flugzeuge aus der
Iceland Express-Flotte. Die hier gezeigte Maschine (Baujahr 1996)
war früher für SAS unterwegs.
Flugtickets
können unter www.icelandexpress.de
oder im Callcenter (06543/507-600) gegen einen Aufpreis von 20 Euro
pro Passagier und Flugstrecke (im Vergleich zum Webtarif) gebucht werden.
Die E-Tickets können sowohl für den einfachen Flug als auch
für den Hin- und Rückflug gebucht und sogar noch drei Stunden
vor Abflug geändert werden. Weiters bietet die deutschsprachige
Website von Iceland Express auch Hotel-, Mietwagen- und Tourenbuchungen
zu günstigen Konditionen an.
Ein
Flug ins Land der Geysire, Moore, geheimnisvollen Wasser und Nebel
Mit
dem Flug FHE 142 ging´s also nach Keflavik (13:30 Uhr bis 15:30
Uhr, 2 Stunden Zeitverschiebung), wo der gestraffte Zeitplan es kaum
zuließ, sich ausgiebiger im modernen und durchaus beeindruckenden
Flughafengebäude umzusehen - besonders eindrücklich die silbernen
androgynen Figuren, die in die vier Himmelsrichtungen blicken.
Eindrucksvolle
und ansprechende Architektur: Das Leifur Eiríksson Air Terminal
am Flughafen Keflavik erreichte bei einer Umfrage des Airports Council
International (ACI) jüngst den vierten Platz unter den europäischen
Flughäfen.
Internationale
Flüge nach Island kommen auf dem Flughafen Keflavik an, der sich
etwa 50 Kilometer westlich der Hauptstadt befindet. Reykjavik selbst
verfügt zwar ebenfalls über einen Airport - mit einer Startbahnlänge
von knapp 1.600 Metern sind die Möglichkeiten dieses zentrumsnahen
Flughafens aber sehr eingeschränkt. Keflavik wurde im zweiten Weltkrieg
von den Amerikanern errichtet und verfügt heute über zwei
Runways mit jeweils rund drei Kilometern Länge. Das Leifur Eiríksson
Air Terminal wurde 1987 eröffnet und 2001 sowie 2007 erweitert.
Im Jahr 2006 wurden rund 2 Millionen Passagiere abgefertigt (im Vergleich
dazu waren es 2001 knapp 1,4 Millionen).
Nach
dem ersten Kontakt mit Island auf dem Flughafen Keflavik führte
uns der erste "Tagesordnungspunkt" der Pressereise in die
"Blue Lagoon", dem berühmten und auch bei den Isländern
beliebten, weitläufigen Geothermalbad in Grindavik. Im herrlich
warmen, mehr grünen denn blauen Meerwasser konnte man sich durch
die mystischen Nebel hindurch kaum satt sehen an dem die Lagune umgebenden
bizarren felsig-kantigen schwarzen Lavafeld, auch wenn man dabei darauf
zu achten hatte, dass einem beim Schauen nicht der weiße Kieselerdeschlamm
- zur Verschönerung auf das Gesicht gepappt - in die Augen tropfte.
Impression
aus der "Blue Lagoon" in Grindavik.
Derart
weich- und eingekocht und von zartem Schwefelduft umgeben, wurden wir
anschließend nach Nesjavellir gebracht, wo wir im inmitten der
südisländischen Einöde im Foss-Hotel Nesbu (zwar einfach,
aber überaus gepflegt und irgendwie drollig) nächtigten.
Golden
Circle Tour
Der
folgende Tag stand ganz im Zeichen der in allen Reiseführern angepriesenen
und tatsächlich beeindruckenden "Golden Circle Tour",
eine Rundfahrt, die Islands bekannteste Naturwunder im gestrafften Tempo
vorstellt: den imposanten Wasserfall von Gullfoss, den einzig wahren
Geysir und den Nationalpark Thingvellir.
Im
Nationalpark Thingvellir.
Der
überaus beeindruckende imposante Wasserfall von Gullfoss.
Die
Fahrt durch die mystische Landschaft auf endlosen, kurvigen Straßen
war nicht minder imposant: an den Fenstern des Kleinbusses der Icelandexcursions
zogen die Lavaberge, saftigen grünen Wiesen, die dunklen Moore,
der See Thing vallavatn, die kleinbaumigen Wälder und die Herden
struppiger Islandponys vorüber, in der Ferne war der Gletscher
Langjökull zu sehen und immer wieder stiegen die Nebel auf, die
sich über den warmen Quellen bilden.
Feld
in unmittelbarer Nachbarschaft des "einzig wahren Geysirs".
Kein
Wunder, dass hier immer noch Trolle, Feen und Elfen hausen und - legt
man beim Hinschauen auf die Mooshügel und bizarren Steinformationen,
die auf den Feldern völlig verstreut umherliegen, den Kopf schief
- so glaubt man tatsächlich kleinwüchsige, großäugige,
wundersame und geheimnisvolle Gestältchen zu erblicken, die im
Augenblick des Entdecktwerdens sich leichtfüßig aus dem Nebelstaub
machen.
Abends
erreichten wir die isländische Hauptstadt Reykjavik, wo wir im
recht noblen (ebenfalls Foss-) Hotel Baron abstiegen; kurz darauf wurde
im in der Altstadt gelegenen eleganten Einar Ben Restaurant zur gigantischen
Lammkeule und chilenischem Rotwein eingeladen. Da der Himmel sich ziemlich
Wolken verhangen und düster präsentierte und immer wieder
dieser lästige Nieselsprühregen einsetzte, blieben die wenigen
Eindrücke des nächtlichen Reykjavik nur Ahnungen.
Aber
man soll nicht undankbar sein: Untertags zeigte sich bei mageren 9°
Celsius auf dem beeindruckenden Himmel und unter imposanten farbigen
Wolkenspielen immer die Sonne.
Wolken-
und Wetterfarbenspiele über dem See Thing vallavatn, dem größten
Süßwassersee Islands.
Spätabends,
kaum den Kopf voller Eindrücke ins elegante Bett gelegt, hieß
es Donnerstags schon frühmorgens aufstehen um nach einer erfrischenden
Dusche schwefligen Wassers mit müden Augen auf den um eine dreiviertel
Stunde zu spät eintreffenden Transferbus zum Flughafen zu warten.
Verregnete
Eingangsfront des Flughafens Keflavik um 5 Uhr morgens.
Gerade
noch rechtzeitig eingecheckt und nach einem hurtigen Frühstück
in Keflavik - am Flughafen
herrschte frühmorgens um 5 bereits reges Treiben - verließen
wir per Iceland Express Flug FHE 123 (Abflug: 7 Uhr) und bei starkem
Regen Island, um nach 4 Stunden und 50 Minuten Flug durch zwei Zeitzonen
um 12:50 Uhr in Friedrichshafen wieder anzukommen.
An
Bord bei Iceland Express: Komfortable Kabine der "hello"
MD-90.
Blick
ins Cockpit samt charmantem Schweizer Co-Piloten.
Die
"hello" MD-90 am Flughafen Friedrichshafen - in knapp
eineinhalb Stunden fliegt die Maschine wieder zurück nach ins
isländische Keflavik.