Featuredetail


Verfasst am: 11.02.08 09:03

Von: Elmar Hürlimann

Extreme Belastungen erfordern höchste Qualität

Ein Blick hinter die Kulissen einer InterSky Dash8-300Q Flugzeug-Lackierung

Eine Flottenerweiterung auf vier Flugzeuge des Typs Dash8-300 beschert der Bodensee-Airline InterSky nicht nur mehr Passagiere, sondern auch jede Menge Vorbereitungsarbeiten. Ein kleiner, fürs Erscheinungsbild aber nicht unwesentlicher Teil davon bildet die Neulackierung des zusätzlichen Fliegers – ein exklusiver Blick hinter die Kulissen.

30 Prozent mehr Passagiere, neue Destinationen wie Paris, Münster/Osnabrück, Bastia/Korsika, zusätzlich Rotationen nach Wien und Hamburg – das vierte Flugzeug garantiert der Bodensee-Airline InterSky eine kontinuierliche Entwicklung und kommt bereits Ende März zum Einsatz. „Die Arbeiten für den Jungfernflug laufen derzeit auf Hochtouren„, erklärt Roger Hohl, Stv. Leiter Marketing von InterSky.

Die Dash8-300Q wurde von einer Genfer Fluggesellschaft gekauft und in den letzten Wochen einem großen Service unterzogen. Die firmeneigene Technik-Crew zerlegte das Flugzeug in alle Bestandteile und baute dieses, teilweise mit entsprechenden Modifikationen, wieder zusammen. Aktuell steht das Flugzeug kurz vor München in Oberpfaffenhofen – zur Lackierung.

 

 

Auswirkungen auf die Balance

Was der Fluggast zwar wahrnimmt, jedoch kaum wirklich realisiert: Hinter dem Erscheinungsbild eines Fliegers steckt in Tat und Wahrheit hohe Präzision und jede Menge Vorschriften. Eine neue Lackierung hat für einen Flieger jedoch nicht nur optische Veränderungen zur Folge. Da die bereits vorhandene Lackierung nicht bis auf den Grund abgeschliffen wird, erhöht sich das Gewicht einer Dash8-300 um rund 30 Kilogramm. Dadurch verschiebt sich der Schwerpunkt des Flugzeugs, und die Balance für die Beladung muss neu berechnet werden. Dies erfolgt zum Schluss der Arbeiten, nach der Wägung des in neuem Glanz erstrahlenden Passagierflugzeugs.

 

 

Sieben Tage im Zweischichtbetrieb

Die auf Flugzeuglackierungen spezialisierte RUAG paintshop in Oberpfaffenhofen hat bei der InterSky Maschine rund 380 Quadratmeter Fläche zu behandeln. Im Zweischichtbetrieb wird rund sieben Tage lang gearbeitet. Mit einer minutiösen Vorplanung werden die verschiedenen Arbeitsschritte bestimmt, ist doch beispielsweise auch die Trocknungszeit der Farbe optimal auszunutzen. Nach dem Lackieren dürfen für mindestens acht Stunden keine weiteren Arbeiten folgen, für den Flugeinsatz hat die Farbe gesamthaft 72 Stunden zu trocknen.

 

 

Allerhöchste Anforderungen

Aufgrund der extremen Belastungen sind für die Neulackierung natürlich keine handelsüblichen, sondern eigens für die Luftfahrt entwickelten Farben zu verwenden. Es gilt Temperaturunterschieden von minus 50 bis plus 50 Grad Celsius, extremer Sonnenbestrahlung oder Vibrationen zu trotzen. Beim Auftragen der Farbe beweisen die Lackierer jede Menge Fingerspitzengefühl. Die Schichtstärke darf die Dicke eines Menschenhaares nicht überschreiten. Nur Arbeiter mit entsprechend großer Erfahrung werden diesem Qualitätsanspruch gerecht. Ansonsten muss abgeschliffen oder nachlackiert werden.

 

 

Mit größter Sorgfalt

Ob die Logos und das amtliche Kennzeichen geklebt oder lackiert werden, ist eine Philosophiefrage. Lackierungen sind prinzipiell problemloser und beständiger. Temporäre Sujets wie Werbungen werden hingegen meist geklebt. Dafür sind speziell entwickelte Folien zu verwenden und mit größter Sorgfalt aufzubringen. Bei InterSky werden die firmeneigenen Vorgaben sowie die Registrierung, beim vierten Flugzeug OE-LIE lautend, allesamt lackiert.

 

 

Qualität hat ihren Preis

Gerade bei Flugzeuglackierungen sind die Qualitäts- und Preisunterschiede der verschiedenen Anbieter erheblich. Falls ein Flieger nicht nur zu zeitlich begrenzten Charterzwecken umlackiert, sondern einen fixen Bestandteil einer Flugzeugflotte einnehmen soll, lohnt sich die Wahl einer renommierten und qualitätsbewussten Lackierfirma. Denn auch beim Flugpassagier zählt oftmals der erste Eindruck. Für eine komplette Flugzeuglackierung muss die Airline je nach Flugzeugtyp, Leistungsumfang und Design mit Kosten ab 50'000 Euro rechnen.

Nach den aufwendigen Lackierarbeiten steht Ende Woche die offizielle Zulassung des neuen InterSky-Flugzeugs auf dem Programm. Die ersten Einsätze sind bereits ab Ende März geplant.


 
News Regional News International Feature Forum Im Focus Home Newsletter Jobs Airline Info Links