Verfasst am: 15.08.08 16:04
Von: Peter Unmuth
Hunterfest 2008
50 Jahre Hawker Hunter F Mk.58
... unter diesem Motto fand am 9. August die gröĂte Airshow des Jahres 2008 in der Schweiz am ehemaligen MilitĂ€rflugplatz Sankt Stephan statt. Anlass fĂŒr diese Veranstaltung war die alljĂ€hrlich stattfindende Versammlung des Huntervereins Obersimmental. Als "Rahmenprogramm" wird seit dem Jahr 2000 das Hunterfest veranstaltet. Diese Jahr stand die Fest unter dem speziellen Motto "50 Jahre Hawker Hunter in der Schweiz".
Der Flugplatz
Im Obersimmental etwa eineinhalb Autostunden von Bern entfernt liegt der ehemalige MilitÀrflugplatz St. Stephan (LSTS). Die Piste 14/32 liegt zwischen den Ortschaften Sankt Stephan (14) und Matten (32) auf rund 1000 Meter Seehöhe.
Blick vom Pistenkopf 14 Richtung SĂŒden.
WĂ€hrend des 2. Weltkrieges wurde dieser Platz im als einer von vielen in den Schweizer Alpen angelegt. Die ArmeefĂŒhrung beschloss damals, sich in die gebirgigen Regionen zurĂŒckzuziehen da man sich dort wesentlich schwerer verwundbarer wĂ€hnte. Einer der in diesem Zeitraum angelegten FlugplĂ€tze ist Sankt Stephan. Im Rahmen weiterer AusbaumaĂnahmen wurde die Piste auf 2.000 Meter verlĂ€ngert und auch einige FlugzeugunterstĂ€nde in den Berg gebaut.
Blick in einen Flugzeugstand.
Der ehemalige Tower.
Die Klassiker
Im Rahmen des Fests gaben sich einige Klassiker der Schweizer Luftfahrt ein Stelldichein im Obersimmental. Im Static Display waren drei Pilatus P3 zu sehen:
Ebenfalls im Static Display war diese De Havilland DH-100 Vampire zu bewundern:
Fliegenderweise war diese De Havilland DH-115 zu sehen. In diesem Doppelsitzer kann man am rechten Sitz mitfliegen - der Preis fĂŒr 30 Minuten betrĂ€gt aktuell 3.800 Schweizer Franken. Dies mag auf den ersten Blick nicht wirklich gĂŒnstig erscheinen - setzt man allerdings den Aufwand, der zur Erhaltung der Maschine notwendig ist und die Einmaligkeit des Erlebnisses in Relation zum Preis, so erscheint dieser durchaus angemessen.
Die Modernen
Die Schweizer Luftwaffe befindet sich momentan im Entscheidungsprozess fĂŒr die Nachfolge der F-5E Tiger. In dieser Evaluierungsphase sind EADS mit dem Eurofighter, Dassault mit der Rafale sowie Saab mit der Gripen vertreten. Das Organisationskomitee des Hunterfestes schaffte es mit nicht unerheblichem Aufwand, alle drei Hersteller auf der Show zu prĂ€sentieren. BuchstĂ€blich bis zur letzten Minute wurde wegen der notwendigen Genehmigungen mit den zustĂ€ndigen Stellen verhandelt. Schlussendlich waren diese BemĂŒhungen von Erfolg gekrönt. Ein Gripen Doppelsitzer der tschechischen Luftwaffe konnte im Static und Flying Display prĂ€sentiert werden. Als zusĂ€tzliches Schmankerl landete auch eine Let-410 der tschechischen Luftwaffe in Sankt Stephan.
Wohl einmalig: Die tschechisch Saab Gripen in Sankt Stephan.
Reges Interesse am Gripen.
Dassault prĂ€sentierte sich am Hunterfest auf zwei verschiedene Arten. Einmal als Verteiler von orangen Baseballkappen (sehr gut erkenntlich am Gripen Foto weiter oben) die natĂŒrlich fĂŒr die Rafale Werbung machten. Die mit der Verteilung beauftragten Damen waren fleiĂig am ganzen Platz unterwegs und boten jedem die Kopfbedeckung an, was von den meisten Besuchern an diesem heiĂen Sommertag dankend angenommen wurde. Der zweite bleibende Eindruck entstand durch die ĂberflĂŒge der Rafale der französischen Luftwaffe. Die Maschine kam direkt von der Basis in St. Dizier und kehrte nach einem langsamen Ăberflug und einem High Speed Pass wieder dorthin zurĂŒck.
Dassault Rafale beim Low Pass. Beide Bilder © Andreas Weber
Der dritte Bieter EADS war leider nur mit dem Mockup des Eurofighters vertreten, welches durch die Möglichkeit zur Cockpit Besichtigung aber ebenfalls reges Interesse erweckte.
Die Hubschrauber
Eher eine Randerscheinung waren die Kollegen von der DrehflĂŒgelabteilung. Insgesamt drei StĂŒck waren zu sehen.
Central Helicopter Service Bell-407.
Airport Helicopter Basel Aerospatiale AS-350.
BOHAG AS-350.
Die Display Teams
Keine Airshow ohne Display Teams! Dieser Grundsatz gilt natĂŒrlich auch in der Schweiz. Dank der ausserordentlichen BemĂŒhungen des Organisationskomittees konnten die Besucher von Sankt Stephan an diesem Samstag beide Display Teams der Schweizer Luftwaffe sehen: Das PC-7 Team und die Patrouille Suisse. Es ist absolut selten, dass beide Teams am gleichen Tag bei der gleichen Airshow auftreten.
PC-7 Team mit Vampire beim Ăberflug.
PC-7 in der neuen Lackierung.
PC-7 Line-Up.
Start zur VorfĂŒhrung.
Schweizer PrÀzision.
Tunnelflug.
Finale!!
Die Patroille Suisse wurde in diversen Features (Axalp 2006 und Axalp 2007) bereits ausgiebig prÀsentiert. Daher nur einige wenige Bilder:
Felix, der Support Flieger der Patrouille Suisse.
Die PS begleitet von einem Hawker Hunter in den PS Farben.
Die Jubilare
1958 wurden die ersten Hawker Hunter bei der Schweizer Luftwaffe in Dienst gestellt und erfĂŒllten Ihre Aufgaben bis Ende1994. WĂ€hrend dieser 36-jĂ€hrigen Dienstzeit flogen die Hunter etwa 483.000 EinsĂ€tze mit einer Flugdauer von cirka 316.000 Stunden. Insgesamt 28 der160 beschafften Flugzeuge gingen durch UnfĂ€lle verloren. Heute im Jahr 2008 sind noch immer einige in Privatbesitz stehende Hunter in der Schweiz flugtĂŒchtig. Analog zur oben erwĂ€hnten Vampire kann man gegen Entgelt ( ab 4.900.- Schweizer Franken) auch am rechten Sitz der Hunter fĂŒr einen Mitflug Platz nehmen.
Am Hunterfest in Sankt Stephan konnten 4 StĂŒck Hunter fliegend erlebt werden, nĂ€mlich zwei Doppel- und zwei Einsitzer.
Einsitzer HB-RVS / J-4015 (ex J-4040) im Papyrus Design.
Einsitzer HB-RVU / J-4086 in Patrouille Suisse Farben.
Doppelsitzer HB-RVR / J-4201.
Doppelsitzer HB-RVP / J-4205.
Links:
Google Maps, Flugplatz Sankt Stephan
Hunterverein Obersimmental
Hunter Flying Group (mit Informationen zu dem Mitflugmöglichkeiten)
Fliegermuseum Altenrhein
Hunterverein Mollis
Amici dell Hunter
Fliegermuseum Payerne
Hunterverein Interlaken
Weitere Bilder Andreas Weber