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Verfasst am: 26.08.09 07:30

Von: Alexander Schwarz – aviation-media.com

Spotlight - Tenerife Norte

Tenerife Norte – Los Rodeos

„Die Insel des ewigen Frühlings„, wie Teneriffa auch immer wieder genannt wird, hat vieles zu bieten. Besonders für europäische Touristen ist sie das ganze Jahr über ein beliebtes Reiseziel. Mit 2041 Quadratkilometern ist sie nicht nur die größte, sondern auch die meistbesuchte Insel der Kanaren. Sehenswürdigkeiten wie der Drachenbaum, die Schlucht von Masca, die Klippen von Los Gigantes, der Teide-Nationalpark oder die Städte Puerto de la Cruz sowie Santa Cruz sind auch für Badetouristen immer wieder einen Ausflug wert.

Ich hatte allerdings einen aviatischen Grund für meinen Besuch: ich wollte den Flughafen Teneriffa Nord Los Rodeos näher unter die Lupe nehmen. Ich kannte ihn bereits aus einem früheren Urlaub und wusste daher um seine besondere Lage. Nicht weit von der Stadt La Laguna, auf einem Hochplateau gelegen, bietet der Airport immer wieder eine beeindruckende Kulisse.


Clickair führt die Vueling Flüge nach Teneriffa durch – A320 im Anflug vor dem Anaga Gebirge.

Der 1946 eröffnete Flughafen liegt etwa 10 Kilometer von der Hauptstadt Santa Cruz entfernt, auf einer Höhe von 632 Metern. Gerade diese Höhe kann durch die Scherwinde und auch den oft sehr starken Nebel die Landevorhaben erschweren. Während meines Aufenthaltes konnte ich häufig beobachten, dass auf der östlichen Airportseite strahlender Sonnenschein herrschte, während hingegen auf der Westseite, nur 2 Kilometer entfernt, äußerst dichter Nebel eine Sicht über 50 Meter hinaus unmöglich machte.

Panoramabild in höherer Auflösung

Beschreibung des Panoramas: Rechts sieht man das Meer, dann das Anaga-Gebirge, hinter der Piste liegt die Stadt La Laguna, und von links zieht der Nebel herein. Man sieht nur noch den neuen Tower, der alte und das gesamte Vorfeld versinken im Nebel.

Dieser sehr schnell einfallende und starke Nebel führte auch zum schwersten, nicht durch Terroristen verursachten Flugzeugunglück in der Geschichte der zivilen Luftfahrt. Am 27. März 1977, um 17:06 Ortszeit kollidierte eine B747-100 der Pan Am mit einer B747-200 der KLM, welche kurz vor dem Abheben auf den rollenden Jumbo Jet der Pan American prallte. 583 Menschen starben, 61 Personen überlebten den Unfall. Die Flugunfallkommission kam zu dem Schluss, dass alle Beteiligten schwerwiegende Fehler begangen hatten. Im amerikanischen und spanischen Unfallbericht wurde auf eine Hauptschuld der KLM-Crew hingewiesen, im niederländischen Bericht wurde kein Hauptschuldiger genannt. Der damalige KLM Chefpilot Jacob Verhuyzen van Zanten hatte keine klare Startfreigabe vom Tower erhalten. Durch ein Bodenradar, welches damals noch nicht vorhanden war, hätte dieser Vorfall wohl auch verhindert werden können.

Heute werden nur noch knapp 70.000 Flugbewegungen pro Jahr durchgeführt, dies sind ca. 30 % des Passagier- und 70% des Frachtverkehrs der Insel. Der Charterverkehr wurde nach dem großen Unglück auf den neuen Flughafen Reina Sofia im Süden Teneriffas verlegt. Somit wird der größte Teil des riesigen Terminals in Los Rodeos kaum genutzt.


Das sehr groß ausgelegte Abflugterminal

Den Verkehr bestimmen die Linienflüge zwischen den verschiedenen kanarischen Inseln, welche hauptsächlich durch die ATRs von Binter Canarias und Islas Airways durchgeführt werden. Dazu kommen noch einige Festland-Linienflüge mit Spanair, Clickair und auch Iberia, welche den Airport auch zweimal täglich mit Airbus A340 aus Madrid anfliegt.


Die Anflugroute aus dem Osten führt über die Städte Santa Cruz und La Laguna.

Binter Canarias ist ganz klar der Platzhirsch in Los Rodeos, aber auch nach Reina Sofia im Süden werden vereinzelt Flüge durchgeführt.


Neben Binter hat sich Islas Airways als zweite „Inselhüpfer-Airline„ etabliert.


Air Europa B737-800 beim abendlichen Line-up mit dem Anaga Gebirge im Hintergrund

Hauptsächlich wegen der Fracht führt Iberia die Flüge aus Madrid mit A340 durch.


Morgenflug aus Madrid, diesmal bei Ostwind


Der Abendflug nach Madrid


Eine der wenigen MD-83 in TFN, Spanair hat die meisten Flüge bereits auf A320 umgestellt.

Santa Barbara Airlines verbindet Teneriffa dienstags und freitags mit Caracas, und Air Europa fliegt mit A330-200 einmal wöchentlich von Madrid über Los Rodeos nach Miami. Frachtlinien mit Gestair (hauptsächlich Fisch), und vereinzelte Flüge mit Swiftair runden den Flugverkehr ab.

Auch bei Santa Barbara wurde die DC-10 ausgemustert, mittlerweile betreibt die Airline B767-300.


Im Anflug aus Miami – Air Europa A330-200

Für Spotter ist ein Ausflug nach Teneriffa nur zu empfehlen. Teneriffa Süd bietet den gesamten Chartertraffic, Teneriffa Nord den Linienverkehr und vor allem den Hintergrund für nicht alltägliche Shots.

 


 
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