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Verfasst am: 25.11.09 18:07

Von: Michael Priesch, Andreas Müller

Miramar Airshow 2009

Dieses Jahr sind die Highlights bei uns am Flughafen Graz leider sehr rar gestreut. Was liegt also näher, als in den Flieger zu steigen und dorthin zu jetten wo es Flugzeuge aller Art bis zum Abwinken und es außerdem ein tolles Land, faszinierende Landschaften und nette Leute zu entdecken gibt?

Konkret begann unsere zweiwöchige Reise mit dem Flug Graz-Frankfurt-Los Angeles in einem RJ85 und einer B747-400 der Lufthansa. Vor uns lagen zu diesem Zeitpunkt einige große Städte, unzählige per Auto, Flugzeug und zu Fuß zurückgelegte Kilometer durch den Südwesten der USA, mehrere Luftfahrtmuseen, Besuche an einigen spannenden Flughäfen und Flugzeugfriedhöfen sowie 2 Tage Action und Airshowfeeling auf der Miramar Airshow 2009.

Die Miramar MCAS, sprich Miramar Marine Corps Air Station, liegt etwa 30 Autominuten nördlich von San Diego im Süden Kaliforniens. Der Stützpunkt mit diesem klingenden Namen beherbergte viele Jahre die berühmte United States Navy Fighter Weapons School, kurz Top Gun und war auch Drehort des gleichnamigen Films. Während Top Gun war Miramar auch als "Fightertown USA" bekannt, mittlerweile sind die berühmten Schriftzüge aber von den Hangars verschwunden.

Diesen Namen wird der Militärflughafen aber noch immer gerecht. Ist er doch mit 97km² und über 200 stationierten Flugzeugen einer der größten militärischen Flugplätze der Welt und zählt zu den strategisch wichtigsten Einrichtungen des amerikanischen Militärs.

Einmal jährlich findet die Miramar Airshow statt, so auch heuer von 2.-4. Oktober 2009. Natürlich wollten wir eine der größten Airshows der USA nicht verpassen und so planten wir einen zweitägigen Besuch in Miramar ein.

Nach unserer Übernachtung in San Diego am riesigen Flugplatzgelände angekommen erwarteten uns ein strahlend blauer Himmel, tropische Temperaturen und eine perfekt organisierte Veranstaltung.

Bevor es mit dem Flugprogramm losging, tobten wir uns fotografisch im Static Display aus. Dieses bestach vor allem durch nicht vorhandene Absperrungen und einer großen Bandbreite von Flugzeugen, vom kleinen Einmot über Jets aller Art bis zu großen Brummern wie die gigantische C-5 Galaxy. Gleich am Eingang zeigte sich eine flugfähige C-47D Skytrain.

Hubschrauber gab es natürlich auch zu sehen, so wie einige dieser Boeing Vertol CH-46E Sea Knights der Marines...

...oder dieser Black Hawk der US Navy.

Eine Ecke des riesigen Vorfeldes hatte es uns besonders angetan, nämlich jene wo die großen Kaliber standen, wie z.B. dieses in McGuire stationierte KC-10 Tankflugzeug.

Die KC-10 offenbarte auch die meist verborgene Technik mit der Luftbetankungen durchgeführt wird. Neben dem (leeren) Innenraum und dem Cockpit ließ sich außen der „Boom„, die Luftbetankungssonde, begutachten.

Neben der KC-10 war auch eine KC-135 zu bestaunen. Überraschenderweise ist diese auf der March AFB bei Riverside stationiert, die wir nur einen Tag zuvor besucht hatten.

Schließlich zog uns auch diese gewaltige Maschine, eine Lockheed C-5 Galaxy, in ihren Bann

Überraschend offen zeigten sich die Amerikaner beim Besichtigen ihrer Flugzeuge und so hatten wir interessante Einblicke...

 

...und Ausblicke

Tja, was will man mehr? Palmen, strahlende Sonne, Flughafen und Flugzeuge...

Die US Navy zeigte auch eine Grumman C-2A Greyhound, die normalerweise für Transportflüge von und zu Flugzeugträgern eingesetzt wird...

...und zahlreiche F-18 Hornet, am Boden und in der Luft, durften natürlich auch nicht fehlen.

Zu Mittag begann das mehrstündige Flugprogramm. Leider war dieses im Vergleich zu den vergangenen Jahren dank Finanzkrise arg zusammengestrichen und so warteten wir auf die erhofften Demos von F-22, B-1, B-2 und anderen Highlights vergeblich...

Anders als in Europa sind Flugshows in Amerika fast wie Konzerte gestaltet. Gegen einen geringen Aufpreis erlangt man Zutritt zu riesigen Tribünen und wär es nicht dicht gedrängt möchte, kann sich auch Logenplätze erwerben und von dort aus die Show bewundern.

Wer kein Geld ausgeben will, kann sich natürlich auch ins Gedränge stürzen für das man an den beiden Enden des Zuschauerareals eigene Bereiche geschaffen hat.

Als "Vorprogramm" zeigten einige Klassiker ihr Können. So auch Jon Collver mit seiner gut erhaltenen T-6 Texan.

Eine Segelvorführung gab es auch, nämlich jene von Bret Willat

Anschließend folgte die offizielle Eröffnung der Flugshow. Dabei zeigte sich einmal mehr der grenzenlose Patriotismus der Amerikaner. Nachdem wir diverse Ansprachen, Hymnen und das Hissen der Flagge hinter uns hatten, begann eine beeindruckende Demonstration einer Truppenlandung sowie einer Bombardierung des Flugplatzes. Dabei kamen neben Hubschraubern aller Art, Transportern und Kampfjets auch Bodentruppen, Panzer und jede Menge Sprengstoff zum Einsatz.

Von der Tribüne aus hatte man einen netten Überblick über das ganze Gelände.

So manches Männerherz ließ Shockley`s Jet Truck höher schlagen. Angetrieben von drei Triebwerken mit Nachbrenner erreicht er innerhalb von Sekunden weit über 500km/h und benötigt fast die gesamte Pistenlänge um wieder abzubremsen. Bei den Amerikanern gehören auch solche Showeinlagen zu einer Flugshow...

Highlight des Tages war wohl jeweils die Vorstellung der Blue Angels. Allein das Vorprogramm hatte es mit dem Display der berühmten C-130 Hercules "Fat Albert" in sich.

Das folgende Hauptprogramm bestand aus sechs F-18 Hornet, die über 30 Minuten lang eine atemberaubende Show zeigten. Schon der Start der beiden Solo-Maschinen war atemberaubend.

West Coast Display Team.

Diesjährige Ehrengäste waren die Canadian Snowbirds.

Mit den Golden Knights betreibt die US Army ein eigenes Fallschirmspringerteam. Als Absetzflugzeug kommt dabei diese Fokker C-31A Troopship zum Einsatz.

Sean D. Tucker ist in den USA ein bekannter Mann. Der Star-Pilot zeigt wohl bei der jeder größeren Flugshow mit seinem Doppeldecker sein Können. Zu seiner Spezialität zählt das Durchtrennen einer Schleife die zwischen zwei von Leuten gehaltenen Stäben gespannt ist. Natürlich erst nachdem er einige Male drunter durchflog. Auch verkehrt versteht sich!

Auch Bill Reesman darf mit seiner MIG-17 auf keinem Flugtag fehlen.

Während in unseren Breiten mit Einbruch der Dämmerung Schluss mit Fliegen ist, geht in Miramar die Show weiter! Im Rahmen der Twilight Airshow werden bis 21:00 bei Dunkelheit nochmal einige Flugvorführungen gezeigt. Während die F-18 mit ihren meterlangen Nachbrennern selbst lautstark für ihre Sichtbarkeit sorgt, werden andere Jets und Props mit Sprühregen, Feuerwerken und Lichtern bestückt. Das Ergebnis sind zwar viele unbrauchbare Fotos, aber dafür sehr schöne Vorführungen die man sonst so nirgendwo sieht. Einige Bilder sind uns dennoch gelungen.

Als absolutes Highlight zeigte während der Twilight Airshow die Hercules der Blue Angels den letzten Jet-assisted-Takeoff (JATO) für immer. Da im realen Einsatz keine Notwendigkeit solcher Raketenstartes mehr besteht, wurde das Kontingent der Startraketen in den letzten Jahren von Fat Albert aufgebraucht.

Als Abschluss gab es noch ein großes Feuerwerk sowie eine weitere riesige Feuerwand, bestehend aus unzähligen Sprengsätzen.

Fortsetzung folgt...


 
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