75 Jahre DC-3
Vor 75 Jahren, am 17. Dezember 1935, startete die DC-3 zu Ihrem Erstflug. Grund genug für ein AANet Feature über diesen Klassiker.
Wie an der Typenbezeichnung „Douglas Commercial 3“ erkenntlich war die DC-3 das dritte Modell der Douglas Aircraft Company für den kommerziellen Einsatz. Gegründet wurde die Firma von Donald Wills Douglas 1921 als „Douglas Company“. 1928 wurde der Firmenname in „Douglas Aircraft Company“ geändert.
Die „Großmutter“ der DC-3, wie auch aller anderen Propellerflugzeuge des kalifornischen Produzenten, war die DC-1. Gedacht als Konkurrenzmodell zur damals sehr erfolgreichen Boeing B-247 in Diensten von United Airlines wurde nur ein Exemplar im Auftrag von TWA fertiggestellt, das seinen Erstflug am 1 Juli 1933 absolvierte. Ausgerüstet mit stärkeren Treibwerken und mit 14 statt 12 Sitzplätzen ging der Nachfolger, die DC-2 am 11. Mai 1934 an den Start.
Dem Erstkunden TWA, mit 20 Bestellungen, folgten alsbald weitere Aufträge.

Douglas DC-2 in den Farben des Erstkunden TWA
Als europäische Kunden traten unter anderem Lufthansa, KLM, LOT und die Swissair auf. Deren Exemplare wurden von Fokker produziert.

Auf diesem, etwa 1938 in Croydon aufgenommen, Bild ist die DC-2 PH-AKK der KLM im Hintergrund zu sehen. Das Flugzeug wurde bei einam Angriff der deutschen Luftwaffe auf den Flughafen Amsterdam am 10. Mai 1940 zerstört. Zur großen Darstellung
Insgesamt wurden 193 DC-2 produziert. Als japanischer Lizenznehmer trat Nakajima auf und produzierte die DC-2 unter der Bezeichnung Nakajima AT-2, die unter anderem bei Japan Air Lines zum Einsatz kam. Die genaue Anzahl der unter japanischer Lizenz produzierten DC-2 ist nicht bekannt.
Mit der DC-2 gelang es den Fluggesellschaften erstmalig mit Passagierflügen kostendeckend zu arbeiten bzw. damit Gewinne zu erzielen. Mit allen vorher eingesetzten Flugzeugen konnte nur mittels Subventionen oder durch Aufträge zur Postbeförderung eine Kostendeckung erreicht werden.
Im Oktober 1934 belegte die DC-2 „Uiver“ der KLM, mit einer Zeit von 90 Stunden und 13 Minuten, den zweiten Platz im McRobertson Rennen von Mildenhall nach Melbourne.

Die DC-2 des Luftfahrtmuseums Aviodrome in den Farben der "Uiver" Foto: Peter Unmuth
Trotz all dieser Erfolge wurde die DC-2 von Ihrer Nachfolgerin, der DC-3, in den Schatten „geflogen“.
Ursprünglich entwickelt wurde die DC-3, um den Passagieren das Schlafen zu ermöglichen. Erreicht wurde dies durch den Einbau von Liegen in das Flugzeug. Der ursprüngliche Name des Projektes lautete „Douglas Sleeper Transport“ (DST). Den Namen DC-3 erhielt das Flugzeug erst als wieder Sitze eingebaut wurden. Von ursprünglich 28 Plätzen wuchs die Kapazität im Laufe der Zeit auf bis zu 35. Im zweiten Weltkrieg kam die DC-3 bei den amerikanischen Streitkräften in den verschiedensten Rollen zum Einsatz. Auch die mit den Amerikanern alliierten Nationen erkannten die Qualitäten der DC-3. Unter britischer Lizenz wurde die DC-3 als „Dakota“ gefertigt.
In Russland entstand die Lisunov-2 mit schwächeren Motoren und verkürzten Flügeln, aber einer wesentlich größeren Reichweite als das Original. Sämtliche Schraubverbindungen der Li-2 wurden von Zoll auf metrische Abmessungen umgestellt.

Lisunov-2 der russischen Luftwaffe im Mueum in Monino. Foto: Thomas Posch


Li-2 der chinesischen Luftwaffe Fotos: Thomas Posch

Li-2 der bulgarischen Luftwaffe in Plovdiv. Foto: Thomas Posch
Von den knapp 5.000 gebauten Li-2 existiert heute nur mehr eine in flugtüchtigem Zustand, die in Budaörs beheimatete HA-LIX.

Die HA-LIX aufgenommen in Budaörs... Foto: Thomas Posch

und in der vorangegangenen Lackierung Foto: Peter Unmuth
Nach Beendigung des Krieges gelangte ein Teil der bis dahin militärisch genutzten DC-3 wieder in den Besitz von Airlines, und trugen damit wesentlich zum Aufbau des zivilen Luftverkehrs nach dem Krieg bei.

Aer Lingus DC-3 EI-AFA 1957 auf den Flughafen Glasgow Renfrew. Zur großen Darstellung

Aer Lingus DC-3 EI-AHG 1956 in Birmingham. Zur großen Darstellung

Alitalia DC-3 I-LENE, etwa 1958. Das Flugzeug wurde bei einem Absturz in Äthiopien im Jahr 1972 zerstört. Zur großen Darstellung

British European Airways DC-3, etwa 1955. Zur großen Darstellung

British European Airways DC-3, 1951 in Northolt. Zur großen Darstellung

British European Airways DC-3, etwa 1958 in Brimingham. Zur großen Darstellung

Air Ulster DC-3, 1970 in Coventry. Zur großen Darstellung

Dan Air London DC-3. Zur großen Darstellung

Derby Airways, später zu British Midland Airways umbenannt, 1959 im Anflug auf Tatenhill. Zur großen Darstellung

Derby Airways, 1959 in London Heathrow. Zur großen Darstellung

British Midland Airways, 1965 in Birmingham. Zur großen Darstellung

South African Airways, 1964 in Johannesburg. Zur großen Darstellung
Aber auch bei den diversen Luftwaffen blieb die DC-3 bis lange nach dem Krieg im Einsatz.

Belgische Luftwaffe, 1969 in Birmingham. Zur großen Darstellung

Französische Luftwaffe, 1959 in Blackbushe. Zur großen Darstellung

Niederländische Luftwaffe, 1959 ebenfalls in Blackbushe. Zur großen Darstellung

Spanische Luftwaffe, 1978 wiederum in Blackbushe. Zur großen Darstellung
Eine modernisierte Variante der DC-3, die eigentlich einem Neubau gleichzustellen ist, wird von der Firma Basler Turbo Conversions in Oshkosh hergestellt.


BT-67 der ALCI Aviation in Calgary. Foto: Peter Unmuth

BT-67 des U.S. Forest Service.
Mit Pratt & Whitney Canada Turboprop-Triebwerken und einem modernisierten Cockpit ausgerüstet wird dieses, als Basler BT-67 bezeichnete, Modell auch vom deutschen Alfred-Wegener-Institut für Polar- und Meeresforschung eingesetzt.

BT-67 des Alfred Wegener Institutes
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