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Verfasst am: 25.09.11 16:47

Von: Thomas Ramgraber und Martin Metzenbauer

Unterwegs mit dem Bundesheer-Hubschrauber

Vor kurzem fand die Bundesheer-Übung "Amadeus 11" statt. Austrian Aviation Net-Mitarbeiter Thomas Ramgraber hatte die Möglichkeit, die Übung per Helikopter zu besuchen.

Alle Fotos: Thomas Ramgraber

Die Hubschrauber-Flotte des Österreichischen Bundesheeres ist nicht zuletzt aufgrund der alpinen Gebiete unseres Landes von großer Bedeutung: Insgesamt 67 Helikopter sind heute um Einsatz - mit vielfältigen Aufgaben. So eignen sich die S-70 "Black Hawk" besonders für Transportaufgaben und den Katastropheneinsatz, die "Alouette" III bewähren sich vor allem im Gebirge. Der OH-58 "Kiowa" wiederum ist ein bewaffneter, leichter Verbindungshubschrauber und die Agusta Bell 212 kommen vor allem im taktischen Lufttransport von Truppen zum Einsatz.

Ein relativ neues Einsatzgebiet stellen für die Hubschrauber in Österreich Anti-Terror-Einsätze dar. In größerem Rahmen wurden diese im September im Rahmen einer großen Luftraumüberwachungsübung namens "Amadeus 11" geübt. Als Grundlage wurde eine akute Terrorbedrohung in Europa angenommen, der gezielte Anschläge gegen die Erdölversorgung folgen sollten. Das Bundesheer hat deswegen den "Auftrag" erhalten, verdächtige Luftfahrzeuge abzufangen, zu identifizieren oder zur Landung zu zwingen. Zusätzlich wurden fiktive Öllager durch Fliegerabwehrsysteme des Heeres geschützt.

Austrian Aviation Net hat neben wenigen anderen Medien vom Österreichischen Bundesheer die Einladung erhalten, diese Übung mit dem Hubschrauber live zu erleben und dabei einige Helikopter der Luftstreitkräfte aus nächster Nähe kennenzulernen. Los ging es dabei beim Wiener Heeresspital, wo zwei Bell 212 bereitstanden. Relativ gemächlich - mit knapp mehr als 100 Knoten - und in einer Höhe von rund 5.000 Fuß ging es in Richtung Westen. Nachdem Niederösterreich verlassen wurde, nahmen die Piloten Kurs auf das Salzkammergut und schließlich Salzburg. Die Landung in der Salzburger Schwarzenbergkaserne erfolgte rund 1,5 Stunden nach dem Start im Wiener Heeresspital.

Abflug in der Früh vom Heeresspital.

Die Brünnerstraße mit Blick in Richtung Innenstadt.

Flug über die Donau.

Ausblick auf die Runway 16 in Salzburg.

In Salzburg selbst folgte eine Vorstellung von "Amadeus 11" durch Brigadier Karl Gruber, der die Übung vom Bunker der Einsatzzentrale in St. Johann im Pongau aus leitete. Dabei waren rund 2.000 Soldaten mit insgesamt 42 Luftfahrzeugen aller Gattungen zur Abwehr von fiktiven Terroranschlägen unterwegs. Sämtliche Flugzeug- und Hubschraubertypen des Bundesheeres sind ebenfalls zum Einsatz gekommen - darunter Eurofighter, Saab 105OE und C-130 "Hercules" sowie die Hubschrauber AB-212, OH-58 "Kiowa", S-70 "Black Hawk" und "Alouette" III. Erstmals wurden dabei auch Schiffe auf der Donau von Heeresfliegern aus der Luft überwacht.

Die Darstellung von terrorverdächtigen Fliegern übernahmen übrigens zum Teil Flugzeuge aus den Nachbarstaaten Schweiz und Deutschland. Dabei sind Militärmaschinen in den österreichischen Luftraum eingeflogen, die zivile Flugzeuge mit suspektem Verhalten dargestellt haben. Eine Herausforderung für die Piloten war es daher, verdächtige Flugzeuge im Umfeld der Zivilluftfahrt herauszufiltern.

Cockpit des Bell 212.

Die Cockpitcrew bereitet sich auf den Start vor.

Unterwegs im Verbandsflug.

Der Rückflug nach Wien war dann auch gleich Teil von "Amadeus 11". Nach einem wiederum gemütlichen Start und ersten Teil des Fluges wurde der Hubschrauberverband im Raum Melk von zwei Saab 105 eindrucksvoll "abgefangen". Über dem Wienerwald zeigten die Piloten dann noch ihr Können bzw. ließen die "Muskeln" ihrer Hubschrauber spielen. So flogen die Helikopter einen 360-Grad-Kreis, wobei sich die Rotorblätter bereits gefährlich in die Senkrechte und in einen kleinen - absichtlich herbeigeführten - Sturzflug bewegten.

Fazit: Neben den sehr interessanten Flügen blieben mehrere Dinge "hängen". Erstens hat das Österreichische Bundesheer im Rahmen der Übung "Amadeus 11" wieder einmal gezeigt, was die Luftwaffe im Ernstfall trotz des verhältnismäßig niedrigen Militärausgaben in Österreich (0,9% des BIP - im Vergleich weltweit 2,6%) zu schaffen imstande ist. Zweitens zeigt sich, dass das Bundesheer zur Abwehr einer terroristischen Bedrohung wichtige Aufgaben einnimmt - was vielleicht bisher zu wenig bekannt war. Und drittens verstehen die Piloten der Hubschrauberstaffeln offensichtlich ihr fliegerisches Handwerk, wie bei der Präsentation und den Flügen eindrucksvoll gezeigt wurde.

Abfangübung (Saab 105 im Hintergrund).

Flughafen Langenlebarn.

Rückkehr zum Heeresspital.


 
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