Seit mehr als dreißig Jahren werden in der schon von weitem sichtbaren Werft der Technischen Basis mit ihren prägnanten schwarzen Gebäuden am Westende des Flughafens Wien Flugzeuge gewartet und überprüft. Die knapp 1.100 MitarbeiterInnen bieten ein Leistungsspektrum, das über die eigentliche Flugzeugwartung hinausgeht. Regelmäßige Checks und die Betreuung der Flotte rund um die Uhr gehören zur Tagesordnung. Eine in den Bereich eingegliederte Qualitätskontrolle sorgt dafür, dass die Anforderungen bezüglich Qualität und Sicherheit optimal erfüllt werden. Der jährliche Wartungsaufwand beträgt zur Zeit etwa € 240 Mio. und macht damit einen Anteil von etwa 12% an den Gesamtkosten des Konzerns aus. Mit Drittaufträgen wie Wartungsverträgen, Komponentenaufarbeitung oder Training externer Kunden wird ein guter Zusatzverdienst gemacht.

Am 26. Juni 1974 wurde der Hangar 1 von Austrian Airlines nach 18 monatiger Bauzeit eröffnet. Sechs Jahre später, im September 1980 konnte der Hangar 2 seiner Bestimmung übergeben werden. Schließlich erfolgte im Dezember 1993 die Fertigstellung des Hangar 3, der Werkstätte 3 und eines zusätzlichen Lagers.

Der Hangarboden selbst ist übrigens eine Spezialanfertigung: Hier ist eine Flächenbelastbarkeit von 100 Tonnen pro m² möglich. Auf dem Vorfeld der Werft wurde eine spezielle Schalldämpferanlage errichtet, sodass Triebwerkstandläufe durchgeführt werden können.


Die Austrian Technik gliedert sich in sieben Bereiche:


1. Flugzeuginstandhaltung und -wartung

Dieser mit mehr als 700 MitarbeiterInnen größte Bereich ist nach europäischen (JAR 145) und amerikanischen Vorschriften (FAR 145) zertifiziert. Der Betrieb ist somit in der Lage in Wien an den gängigen Airbus, Boeing, Bombardier und Fokker Maschinen (siehe Tabelle rechts) Instandhaltungsarbeiten durchzuführen. Daneben gibt es technische Aussenstationen in Graz, Salzburg, Linz, Innsbruck, Washington, Bangkok, Phuket und Dubai.

Je nach Luftfahrzeug werden sogenannte Line Maintenance (A-, B-Checks) oder Base Maintenance (C-Checks) Arbeiten durchgeführt. Wie oft diese Checks durchgeführt werden, hängt in erster Linie vom Luftfahrzeug-Hersteller bzw. vom Engineering ab.

Daneben werden unter anderem aber auch Änderungsarbeiten, Kabinenumbauten, Störungsbehebungen oder Reparaturen am Luftfahrzeug-Rumpf vorgenommen. Aufgrund eines Kooperationsvertrages zwischen Austrian Airlines und Lufthansa Technik werden die C-Checks für die Lufthansa A340 ebenfalls in Wien durchgeführt. Dies betrifft ca. 25 Maschinen pro Jahr.

2. Flugzeugwerkstätten

In der Technischen Basis sind weiters die Werkstätten für die Überprüfung, Wartung und Reparatur bestimmter Flugzeugteile beheimatet. Die Instandhaltung dieser Komponenten wird in mehreren Werkstättenbereichen von etwa 120 MitarbeiterInnen durchgeführt:

Aircraft Workshop: Dazu gehören die Lackiererei, die Kunststoffwerkstätte und die Tapeziererei. Die Mitarbeiter sollen für ein optimales inneres und äusseres Erscheinungsbild der Flotte sorgen.

Testequipment & Calibration Workshop: Hier werden die meisten kalibrierpflichtigen Prüfeinrichtungen und Werkzeuge in streng festgelegten Zeitintervallen überprüft und kalibriert. Dies geschieht mit Mess- und Prüfeinrichtungen, die die vielfache Messgenauigkeit des zu prüfenden Teiles aufweisen.

Electric/Electronic Workshop: Dieser Bereich besteht aus der Elektro-, Radio- und Instrumentenwerkstätte. In der Elektrowerkstätte erfolgt die Aufarbeitung jener Flugzeugkomponenten, die während eines Fluges als fehlerhaft erkannt wurden bzw. jener Teile, die zeitgesteuert getauscht werden müssen (z.B. Stromversorgung, Beleuchtung, Noteinrichtungen, Feuerwarneinrichtungen, Triebwerks-Zündanlagen sowie Landescheinwerfer und Warnleuchten). Die Instrumentenwerkstätte sorgt für die Informationsschirme der Piloten. In der Radiowerkstätte schließlich werden die Computer der Flugzeuge instandgesetzt. Dies geschieht unter anderem mit einer automatischen Testanlage, die als ATEC bezeichnet wird.

Mechanic & Accessory Workshop: In dieser Abteilung werden Räder und Bremsen sowie die Flugzeugteile auf dem Sektor Notausrüstung (Sauerstoffversorgung, Notrutschen, die transportablen Noteinrichtungen) gewartet. Ein Teil der Mitarbeiter ist für die zerstörungsfreie Materialprüfung am Flugzeug und an Flugzeugkomponenten verantwortlich. Diese umfasst eine periodische Überprüfung von festgelegten Flugzeug- und Triebwerkssektionen, um beginnende oder versteckte Materialermüdung oder Risse einwandfrei feststellen zu können.

Sheet Metal Workshop: Dies ist nichts anderes als die Spenglerei und die mechanische Werkstätte. Der Aufgabenbereich umfasst unter anderem die Instandhaltung der Sitze, Türen, Triebwerksabdeckungen, Steuerseile und Hydraulikleitungen. In der mechanischen Werkstätte werden diverse Spezialreparaturen durchgeführt. Das Kerngeschäft der Spenglerei besteht jedoch aus Arbeiten am Flugzeug, also zum Beispiel Reparaturen, die durch Fremdeinwirkung, wie Vogelschlag oder Ladeverkehr, anfallen. Modifikationen und Störungen durch Korrosion werden ebenfalls durch hier behoben.

Lehrlingsausbildung: Seit 1997 werden im Werkstättenbetrieb wieder technische Lehrlinge ausgebildet, derzeit werden 29 Berufsanwärter zum Elektroniker ausgebildet.

 

3. Material und Logistik

Der Werftbetrieb unterhält ein umfangreiches Ersatzteillager für alle im Bewilligungsumfang angegebenen Luftfahrzeug-Typen. Dabei gilt es sicherzustellen, dass für die vorgesehene Instandhaltung die Ersatzteile rechtzeitig zur Verfügung stehen unter Berücksichtigung die Bestandskosten zu minimieren. Die Abteilung Material & Logistik ist in folgende Bereiche unterteilt: Asset Management, Material Coordination, Material Planning & Purchasing und Stores.


4. Engineering & Planung

Die Abteilung Engineering & Planung ist für drei primäre Aufgaben verantwortlich:

  • Technikagenden im Rahmen des Airlinebetriebes (technische Definition und Spezifikation von neuen Flugzeugmustern, technische Abnahme von neuen Flugzeugen beim Hersteller im Rahmen der Flugzeugübernahme, Erstellung und Herausgabe des Wartungsprogrammes für jeden Flugzeugtyp u.v.m.)
  • Unterstützung des Wartungsbetriebes (z.B. Unterstützung der Flugzeugwartung bei der Behebung komplexer Störungen).
  • Entwicklungsbetrieb (Entwicklung von Änderungen an Flugzeugen und deren Systemen)

 

5. Quality Management

Das Quality Management ist für Monitoring und stetige Überprüfung der Qualität aller Service- und Dienstleistungen sowie für die Definition der Qualitätsziele und Standards verantwortlich.

 

6. Technische Schule


Hier werden den MitarbeiterInnen Möglichkeiten zur Aus- und Weiterbildung auf internationalem Niveau ermöglicht. Die Ausbildung zum Flugzeugtechniker erfolgt in einer mehrere Monate dauernden Basisausbildung und geht dann in einem Stufenverfahren weiter. Daneben werden approbierte Typenkurse abgehalten.

 

7. Technical Finance


Hier werden die Rechnungen, welche den technischen Bereich betreffen, behandelt. Weiters werden die für die Technik relevanten Kalkulationen und das jeweilige Jahresbudget erstellt und die Verkäufe von technischen Dienstleistungen und Materialien verhandelt und administriert.

 

 

 

 


 
  • Verbaute Fläche rund 45.300 m²
  • Umbauter Raum rund 911.000 m³
  • Vorfeld rund 71.000 m²
  • Hangargrundfläche:
    Hangar 1 - rund 6.000 m² (bietet Platz für 3 Airbus A320 oder 2 Airbus A330)
    Hangar 2 - rund 9.700 m² (hier finden 3 Airbus A330 oder 5 Airbus A320 Platz oder 3 Boeing 767)
    Hangar 3 - rund 10.660 m² (hier können 2 Airbus A340 oder 5 Airbus A 320 aufgestellt werden)
  • Werkstättenfläche rund 9.700 m²
  • Lagerflächen 6.000 m²

 

 

 

Foto copyright Austrian Airlines Group

 

 

Gliederung der Austrian Technik in 7 Bereiche:

1. Flugzeuginstandhaltung und –wartung
2. Werkstätten
3. Material & Logistik
4. Engineering & Planung
5. Technische Schule
6. Qualitäts-Management
7. Finance

 

Foto copyright Austrian Aviation Net

 

 

Flugzeugtypen die bei der Technischen Basis der Austrian Airlines Group gewartet werden können:

  • Airbus A340
  • Airbus A330
  • Airbus A319
  • Airbus A320
  • Airbus A321
  • Boeing 777
  • Boeing 767
  • Boeing 737
  • Boeing MD 80
  • Canadair Regional Jet
  • Fokker 70
  • Fokker 100

 

 

 

Foto copyright Austrian Airlines Group

 

 

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