von Peter Unmuth
 

Alljährlich im Oktober veranstaltet die Schweizer Luftwaffe eine eindrucksvolle Demonstration ihres Könnens auf einem in mehr als 2.000 Meter Seehöhe gelegenen Fliegerschießplatz in der Nähe des Ortes Axalp. Jedes Jahr pilgern Tausende Menschen dorthin, um sich die eindrucksvollen Flugmanöver der weltbekannten Schweizer Militärpiloten anzusehen.

Erreichbar ist das Gelände in mehreren Varianten: Die schwierigste Möglichkeit ist der knapp drei Stunden dauernde Fußmarsch von Axalp. Beginnt man diesen rechtzeitig, wird man aber mit einem herrlichen Sonnenaufgang in der hochalpinen Landschaft belohnt. Bevorzugt man einen weniger anstrengenden Aufstieg, so kann man den Sessellift nutzen, der seinen Ausgangspunkt ebenfalls in der Ortschaft Axalp hat. Dieser erspart einem die Hälfte des Fußmarsches – eineinhalb Stunden körperliche Anstrengung sind aber auch hier zu investieren um das Ziel zu erreichen. Die am wenigsten anstrengende aber bei weitem eindrucksvollste Möglichkeit ist der Helikoptershuttle der Schweizer Luftwaffe. Dieser wird mit Hubschraubern vom Typ Super-Puma bzw. Cougar durchgeführt und hat seinen Ausgangspunkt an der Airbase Meiringen (LSMM).

 

Flightline der Shuttle Helis auf der Airbase.

 

Nach gerade einmal fünf Minuten Flugzeit mit atemberaubenden Aussichten hat man dann den Absetzpunkt am Fliegerschießplatz erreicht. Diese Aufstiegsmöglichkeit ist aber leider nicht allgemein zugänglich. Es werden im Rahmen der Aktion Sphair (www.sphair.ch/select.html?_fc=1&_js=1) der Schweizer Luftwaffe 10 Plätze pro Kanton und Halbkanton verlost, zusätzlich steht der Shuttledienst natürlich auch den VIP’s (darunter der Schweizer Bundesrat für Verteidigung sowie der österreichische Verteidigungsminister Günther Platter) sowie einigen Pressevertretern zur Verfügung.

 

Anflug auf den Landeplatz.

 

Am Gelände selbst herrscht an den Vorführungstagen ziemliches Gedränge. Die Organisation des Ereignisses selbst ist aber stets perfekt. Speis und Trank werden zum Kauf angeboten und Mobilklos sind in ausreichender Anzahl auf den Berg geflogen worden.

Eröffnet wurde die am frühen Nachmittag angesetzte Fliegerdemonstration mit dem getarnten Anflug eines Cougar Helikopters unter Ausnutzung des Geländes und anschließendem Ausstoß von 128 Flares. Ebendieser Hubschrauber demonstrierte im Anschluß an diese spektakuläre Eröffnung seine Leistungsfähigkeit.

 

 

Auf Grund der alpinen Gegebenheiten der Schweiz ist natürlich auch die Rettung von verunglückten Personen eine der Aufgaben der Luftwaffe, die unter Einsatz einer Alouette III demonstriert wurde. Dabei wurde eine Person aus Bergnot "gerettet", im Netz transportiert und anschließend wieder abgesetzt. Im Anschluß daran wurde noch die Brandbekämpfung mittels Hubschrauber in alpinem Gelände demonstriert.

 

 

Dies war dann bereits der Abschluß der Drehflüglerpräsentation. Weiter ging es mit den F-5 und F-18 der Schweizer Luftwaffe. Den Auftakt bildeten 8 F-5 mit einem Kanonenschießen auf Erdziele. Der Anflug erfolgte jeweils in Zweier-Formationen - beim Abfeuern der Bordkanone wurden die Zuschauer anfangs durchaus gehörig in Angst und Schrecken versetzt! Nächster Programmpunkt waren zwei F-18 Hornet die das Abfangen eines Eindringlings in den Luftraum (dargestellt von einem Learjet der Schweizer Luftwaffe) demonstrierten und nach diesem Manöver einen simulierten Luftkampf "1 gegen 1" darstellten.

 

F-5 bei der Landung in Meiringen.

 

Simulierter Luftkampf.

 

Zu Trainingszwecken unterhält die Schweizer Luftwaffe ein Pilotenaustauschprogramm mit benachbarten Nationen. In diesem Jahr nahm die Armée de l’Air mit 2 Mirage F1 an der Vorführung teil. Eine der beiden wurde von einem Schweizer Piloten geflogen, und die an der Vorführung beteiligte Schweizer F-18 wurde im Austausch von einem Piloten der Franzosen gesteuert.

Die hervorragenden Flugeigenschaften der F-18 wurden anschließend von Hauptmann Michael Reiner von der Fliegerstaffel 11 demonstriert. Das Programm wurde heuer im Juli am Royal International Air Tattoo in Fairford mit der begehrten "Paul Bowlen Jet Aerobatic Trophy" für die beste Einzelvorführung mit einem Jet ausgezeichnet.

 

F-18 Soloprogramm im alpinen Umfeld.

 

Den krönenden Abschluß der Fliegerdemonstration bildete der Auftritt der Patrouille Suisse. Mit den sechs in den Schweizer Nationalfarben lackierten F-5 wurden 15 Minuten lang eindrucksvolle Flugmanöver in den Himmel bzw. die Berge gezaubert, die einem den Atem stocken ließen. Der Abstand der Maschinen betrug mitunter lediglich drei Meter!

 

Formationsflug der Patrouille Suisse.

 

Tunnelflug.

 

Nach 80 Minuten dicht gedrängtem Programm war damit das Ende der Fliegerdemonstration erreicht und die Besuchermassen machen sich wieder auf den Weg ins Tal, die einen zu Fuß und die anderen mit dem Helikopter...

 


Alle Fotos: Peter Unmuth