Der
Arbeitsplatz hoch über den Wolken zählt für viele
noch immer zu den Traumjobs schlechthin. Montags noch in Wien,
kurz darauf in Kuala Lumpur, am Ende der Woche in Sydney. Der
Autor dieser Zeilen konnte den Beruf des Flugbegleiters selbst
einige Jahre ausüben und berichtet auf Austrian Aviation
Net über seine Erfahrungen.
Bevor es zum ersten Mal in ein Flugzeug geht,
müssen erst einige recht bodenständige Hürden
genommen werden: Die erste nennt sich "Selektion".
Danach folgt ein sechswöchiges Training, bis man schließlich
bei einigen Einführungsflügen endlich mit an Bord
darf. Aber alles der Reihe nach...

Nach erfolgreicher Selektion – in der
geforderte Fähigkeiten wie Allgemeinbildung, Fremdsprachenkenntnisse,
Belastbarkeit, Flexibilität, etc. abgecheckt werden –
findet sich der neue OS-Mitarbeiter im sogenannten Basiskurs
wieder. Da das für den Passagier sichtbare "Kerngeschäft"
des Berufs natürlich Dienstleistung ist, werden hier alle
servicerelevanten Dinge vermittelt. Angefangen bei der Catering-Beladung,
über Service-Abläufe, Produktwissen, bis hin zum Umgang
mit verschiedenen Charakteren und fremden Kulturen. Dazu kommt
noch Allgemeines über Dienstleistung an sich bis hin zum
richtigen Wording – und das Grundwissen um den Alltag
an Bord zu meistern, wäre im Prinzip vorhanden.

"Offenheit
ausstrahlen und Kundenorientierung leben" muss man unbedingt,
wenn man sich für den Job als Flugbegleiter interessiert.
Foto:
Austrian Airlines Group
Ausgestattet mit diesen Fähigkeiten würde
das neue Besatzungsmitglied die Passagiere rundum zufrieden
machen, allerdings ist das alleine für einen Flugbegleiter
viel zu wenig. Der umfangreichere Teil der Ausbildung befasst
sich mit den nicht so alltäglichen – aber umso wichtigeren
– Aufgaben der Kabinenbesatzung: Der Sicherheit.
Darum
wird das Flight Safety & Security Training für viele
auch zur ersten Belastungsprobe in ihrem neuen Job. Medizinische
Notfälle wird jeder Flugbegleiter irgendwann während
seiner Tätigkeit erleben, deshalb ist Erste Hilfe und der
Umgang mit der an Bord befindlichen Ausrüstung nicht aus
der Schulung wegzudenken.
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Fire
Fighting, Evakuierungen und ähnliche Dinge werden hoffentlich
nie in die Praxis umgesetzt, dennoch muss man immer auf den Tag
X vorbereitet sein und richtig reagieren können. Der Unfall
von Air France in Kanada hat gezeigt, wie viel eine gut ausgebildete
Kabinenbesatzung Wert ist. Gerade das Austrian-Trainingcenter
ist hier sehr gut ausgerüstet, um die meisten Szenarien möglichst
praxisnah durchzuspielen.
Nachdem
die Grundausbildung mit den entsprechenden Abschlusstests beendet
worden ist, geht es nun endlich (fast) richtig los! Der in sechs
Wochen mit allem relevanten Wissen ausgestattete Flugbegleiter
steht das erste Mal im echten Flugzeug – mit echten Passagieren.
Um von der Realität nicht überrannt zu werden, steht
ihm in den ersten zwei Monaten ein EFA, soll heißen, ein
Einschulungsflugbegleiter zur Seite, der mit ihm die jeweilige
Position teilt und ihn auf den ersten Flügen unterstützt.
Nach
diesen zwei Monaten folgt noch eine kleine, serviceorientierte
Lehrsaal-Session und aus dem Schulabgänger oder Büromenschen
ist ein voll einsetzbarer Flugbegleiter geworden. |
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Ausstrahlung
gehört zum Beruf des Flugbegleiters dazu - ein freundliches
Lächeln alleine ist aber bei weitem nicht ausreichend.
Foto:
Austrian Airlines Group
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Was hat man nun
davon?
Nach
einem Jahr reiner Kurzstrecke, die die meisten Kollegen als anstrengender
bewerten, winkt die Umschulung auf einen Langstreckentyp und spätestens
dann weiß man, was der Spruch "A Champagne Lifestyle
on a Lemonade Money" bedeutet. Jeder einzelne Flug endet
in einem Top-Hotel meist am anderen Ende der Welt und man sieht
oftmals in einem Jahr mehr als ein Durchschnittsbürger in
seinem Leben. Wer davon nicht genug hat, kann seinen Anspruch
auf vergünstigte Tickets ausnutzen und auch die Ecken des
Planeten besuchen, die nicht am Dienstplan stehen.
Spätestens
auf der Langstrecke sind die Dienstzeiten von normalen Arbeitsverhältnissen
kaum zu schlagen. Die 10 bis 14 freien Tage im Monat kommen meist
geblockt und man kann auch die Zeit zu Hause uneingeschränkt
genießen.
Die
Bezahlung ist, wenn man noch nicht großartig Karriere gemacht
oder irgendeine hochstehende Ausbildung hat, in anderen Berufen
kaum zu erreichen. Auch mit niedriger Seniorität sind 1.500€
netto im Monat (incl. Zulagen) nicht unrealistisch. Ein AHS-Maturant
beispielsweise wird das sonst schwer verdienen können.
Was
muss man in Kauf nehmen?
Flexible
Arbeitszeiten muss man mögen. Wer immer um acht am Abend
bei Mutter essen und am Sonntag immer daheim sein will, wird hier
nicht alt. Auch wer die Dienstzeiten noch so gern hat, wird der
Nachtarbeit und vor allem dem Jetlag seinen Tribut zollen müssen.
Ein Check-In am 24.12. um 02:45 ist eben die andere Seite des
süßen Lebens…
Also, wer interessiert ist, sollte gleich die AUA-Jobseite besuchen
und seine Bewerbung abschicken: Es gibt derzeit wieder freie Stellen
„über den Wolken“.


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