von Luciano Stöckl
 
Der Arbeitsplatz hoch über den Wolken zählt für viele noch immer zu den Traumjobs schlechthin. Montags noch in Wien, kurz darauf in Kuala Lumpur, am Ende der Woche in Sydney. Der Autor dieser Zeilen konnte den Beruf des Flugbegleiters selbst einige Jahre ausüben und berichtet auf Austrian Aviation Net über seine Erfahrungen.

Bevor es zum ersten Mal in ein Flugzeug geht, müssen erst einige recht bodenständige Hürden genommen werden: Die erste nennt sich "Selektion". Danach folgt ein sechswöchiges Training, bis man schließlich bei einigen Einführungsflügen endlich mit an Bord darf. Aber alles der Reihe nach...

Nach erfolgreicher Selektion – in der geforderte Fähigkeiten wie Allgemeinbildung, Fremdsprachenkenntnisse, Belastbarkeit, Flexibilität, etc. abgecheckt werden – findet sich der neue OS-Mitarbeiter im sogenannten Basiskurs wieder. Da das für den Passagier sichtbare "Kerngeschäft" des Berufs natürlich Dienstleistung ist, werden hier alle servicerelevanten Dinge vermittelt. Angefangen bei der Catering-Beladung, über Service-Abläufe, Produktwissen, bis hin zum Umgang mit verschiedenen Charakteren und fremden Kulturen. Dazu kommt noch Allgemeines über Dienstleistung an sich bis hin zum richtigen Wording – und das Grundwissen um den Alltag an Bord zu meistern, wäre im Prinzip vorhanden.

 

"Offenheit ausstrahlen und Kundenorientierung leben" muss man unbedingt, wenn man sich für den Job als Flugbegleiter interessiert.

Foto: Austrian Airlines Group

 

Ausgestattet mit diesen Fähigkeiten würde das neue Besatzungsmitglied die Passagiere rundum zufrieden machen, allerdings ist das alleine für einen Flugbegleiter viel zu wenig. Der umfangreichere Teil der Ausbildung befasst sich mit den nicht so alltäglichen – aber umso wichtigeren – Aufgaben der Kabinenbesatzung: Der Sicherheit.

Darum wird das Flight Safety & Security Training für viele auch zur ersten Belastungsprobe in ihrem neuen Job. Medizinische Notfälle wird jeder Flugbegleiter irgendwann während seiner Tätigkeit erleben, deshalb ist Erste Hilfe und der Umgang mit der an Bord befindlichen Ausrüstung nicht aus der Schulung wegzudenken.

Fire Fighting, Evakuierungen und ähnliche Dinge werden hoffentlich nie in die Praxis umgesetzt, dennoch muss man immer auf den Tag X vorbereitet sein und richtig reagieren können. Der Unfall von Air France in Kanada hat gezeigt, wie viel eine gut ausgebildete Kabinenbesatzung Wert ist. Gerade das Austrian-Trainingcenter ist hier sehr gut ausgerüstet, um die meisten Szenarien möglichst praxisnah durchzuspielen.

Nachdem die Grundausbildung mit den entsprechenden Abschlusstests beendet worden ist, geht es nun endlich (fast) richtig los! Der in sechs Wochen mit allem relevanten Wissen ausgestattete Flugbegleiter steht das erste Mal im echten Flugzeug – mit echten Passagieren. Um von der Realität nicht überrannt zu werden, steht ihm in den ersten zwei Monaten ein EFA, soll heißen, ein Einschulungsflugbegleiter zur Seite, der mit ihm die jeweilige Position teilt und ihn auf den ersten Flügen unterstützt.

Nach diesen zwei Monaten folgt noch eine kleine, serviceorientierte Lehrsaal-Session und aus dem Schulabgänger oder Büromenschen ist ein voll einsetzbarer Flugbegleiter geworden.

 

Ausstrahlung gehört zum Beruf des Flugbegleiters dazu - ein freundliches Lächeln alleine ist aber bei weitem nicht ausreichend.

Foto: Austrian Airlines Group

 
Was hat man nun davon?

Nach einem Jahr reiner Kurzstrecke, die die meisten Kollegen als anstrengender bewerten, winkt die Umschulung auf einen Langstreckentyp und spätestens dann weiß man, was der Spruch "A Champagne Lifestyle on a Lemonade Money" bedeutet. Jeder einzelne Flug endet in einem Top-Hotel meist am anderen Ende der Welt und man sieht oftmals in einem Jahr mehr als ein Durchschnittsbürger in seinem Leben. Wer davon nicht genug hat, kann seinen Anspruch auf vergünstigte Tickets ausnutzen und auch die Ecken des Planeten besuchen, die nicht am Dienstplan stehen.

Spätestens auf der Langstrecke sind die Dienstzeiten von normalen Arbeitsverhältnissen kaum zu schlagen. Die 10 bis 14 freien Tage im Monat kommen meist geblockt und man kann auch die Zeit zu Hause uneingeschränkt genießen.

Die Bezahlung ist, wenn man noch nicht großartig Karriere gemacht oder irgendeine hochstehende Ausbildung hat, in anderen Berufen kaum zu erreichen. Auch mit niedriger Seniorität sind 1.500€ netto im Monat (incl. Zulagen) nicht unrealistisch. Ein AHS-Maturant beispielsweise wird das sonst schwer verdienen können.

Was muss man in Kauf nehmen?

Flexible Arbeitszeiten muss man mögen. Wer immer um acht am Abend bei Mutter essen und am Sonntag immer daheim sein will, wird hier nicht alt. Auch wer die Dienstzeiten noch so gern hat, wird der Nachtarbeit und vor allem dem Jetlag seinen Tribut zollen müssen. Ein Check-In am 24.12. um 02:45 ist eben die andere Seite des süßen Lebens…

Also, wer interessiert ist, sollte gleich die AUA-Jobseite besuchen und seine Bewerbung abschicken: Es gibt derzeit wieder freie Stellen „über den Wolken“.

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> Austrian Airlines - Jobinfo und Bewerbung Flugbegleiter

> Austrian arrows (Tryolean) - Jobinfo und Bewerbung Flugbegleiter