Die Freude der etablierten Fluglinien über ihre Kollegen aus der Low-Cost-Sparte hält sich ja bekanntlich in Grenzen - die Konsumenten jedenfalls scheint der aktuelle Erfolg von Air Berlin, NIKI, HLX und Co. nicht besonders zu stören: Hat man doch nun die Möglichkeit, für ein feines Baguette nach Paris, einen starken Espresso nach Rom oder für einen Besuch im KDW nach Berlin zu fliegen, ohne dafür gleich einen halben Monatslohn hinblättern zu müssen. Wir haben uns in eine Boeing 737 mit der Destination "HAM" gesetzt und berichten von einem Tagestrip an die Stadt an der Elbe.

Los ging´s in Wien um 08:40 an Bord von AB 8469 - an diesem Tag in Form einer Boeing 737-400 D-ABAM. Die recht gut ausgelastete Maschine stand wie bei den meisten "Locos" üblich an einer der Außenpositionen, der Start erfolgte pünktlich auf der Runway 29. Positiv auffallend an Bord der Air Berlin Maschine war erstens das äußerst freundliche und motiviert erscheinende Kabinenpersonal und zweitens die Tatsache, dass es im Ticketpreis inkludiertes (kulinarisches) Bordservice gab - im Gegensatz zu einigen "klassischen" Airlines. Man könnte meinen, dass man auf einem neunzigminütigen Flug nicht gleich verhungern wird, wenn man nichts zum Essen bekommt, aber ein gutes Bild macht´s auf jeden Fall...

Scharfe Kurve mit der Boeing 737.

Fotos: Austrian Aviation Net

 

Die Landung in Hamburg erfolgte ebenso pünktlich wie der Abflug in Wien - auf der Landebahn 23. Im Gegensatz zum Abflughafen dockte die Boeing in Fuhlsbüttel am Gate direkt an. Air Berlin benutzt das Terminal 1, die Gates selbst liegen an einer langen Reihe und erstrecken sich von Terminal 1 bis 4.

 

"Unsere" 737 am Gate in Hamburg.

 

Der erste Weg an einem "neuen" Flughafen führt für wahre Luftfahrtfreaks natürlich - ins Besucherzentrum. Dieses liegt in Hamburg ein paar Schritte entfernt vom Terminal 1 (nach dem Ausgang einfach rechts halten, bis man an einer Art roten Gitterturm ankommt - dieser beinhaltet den Lift bzw. Stiegen zum Besucherzentrum).

 

Beide Runways sind von der Besucherterrasse aus gut einsehbar - hier beschleunigt gerade ein Air France A318 auf der Startbahn 33.

 

Für Luftfahrtinteressierte bietet der Airport einiges - eine recht große Terrasse, einen Shop und - wohl einmalig - eine animierte Flughafen-Modelllandschaft. Wir haben uns aus Zeitgründen auf den Besuch der Terrasse beschränkt (Eintritt € 1,50).

 

Neben Air Berlin fühlen sich auch einige andere "Locos" in HAM recht wohl - wie hier HLX. Im Hintergrund zu erkennen ist die Lufthansa Technik Werft.

 

Diese bietet über fast das gesamte Vorfeld sowie auf die beiden Pisten einen recht guten Ausblick. In einiger Entfernung kann man auch die Flughafen-eigene Boeing 707 auf dem Vorfeld erkennen (die dort leider nur noch geparkt ist).

 

Ein häufiger Gast in Hamburg: LH Regional Jet - hier im Anflug auf Landebahn 23.

 

Nach absolviertem Fliegerei-Teil ging´s dann in Richtung Innenstadt - der Transfer ist (obwohl der Flughafen erst ab 2007 an die S-Bahn angeschlossen wird) recht einfach: man nimmt den Bus 110 nach Ohlsdorf und steigt dann in die S-Bahn S1 um, die einen direkt ins Zentrum (zu den Landungsbrücken) bringt. Hierbei bietet sich übrigens eine Familien-Gruppenkarte an (wenn man nicht gerade alleine unterwegs ist). Damit können bis zu fünf Personen gemeinsam an einem Tag herumfahren - zum Zeitpunkt unseres Besuchs kostete das Teil € 7,75. Die Transferzeit beträgt dann etwa 45 Minuten. Alternativ dazu gibt´s auch diverse Expressbusse - damit dauert´s ca. 20 Minuten bis man im Zentrum ist.

 

 

Wenn man nicht viel Zeit in Hamburg verbringt, bietet sich zum Kennenlernen eine Rundfahrt durch den Hafen an - diese "große Hafenrundfahrt" dauert etwa eine Stunde und bietet einen schönen ersten Eindruck von der Stadt an der Elbe und ihrem Hafen (der übrigens nach Rotterdam der zweitgrößte Europas ist).

 

Ausgangspunkt sind die Landungsbrücken (S-Bahnstation), mehrere Anbieter führen diese Fahrten durch - Kostenpunkt bei uns war € 9,- pro Person. An Bord kann man sich mit Bockwurst stärken und den interessanten Geschichten des Conferenciers lauschen. Ein guter Tip: Platz auf der Steuerbordseite nehmen - hier sieht man die meisten Sehenswürdigkeiten.

 

Für "Binnenländler" ein imposanter Anblick: der zweitgrößte Hafen Europas. Ein Containerschiff kann übrigens mit Hilfe moderner Kräne wie hier innerhalb weniger Stunden komplett entladen werden.

 

Wenn man dann wieder sicheren Boden unter den Beinen hat, bietet es sich an, einen Abstecher ins nahegelegene Hafenviertel zu machen: St. Pauli. Diesen berühmt-berüchtigten Stadtteil mit seinen vielen roten Lichtern muss man natürlich kurz streifen, wenn man Hamburg besucht. Bei unserem Besuch war´s allerdings recht ruhig und eher beschaulich - naja, es war ja auch gerade Mittag.

 

Das "Erotic Art Museum" in St. Pauli

 

Hamburg bietet natürlich noch einiges mehr - ebenfalls in der Nähe der Landungsbrücken befindet sich die Speicherstadt, die der nächste Punkt unseres kurzen Besuchsprogramms war - dabei handelt es sich um ein Arrangement alter Backstein-Lagerhäuser, die zum Teil aufwendig restauriert wurden. Heute findet sich dort die wohl größte Dichte an Teppichhändlern weltweit!

 

Sehr stimmig: Alte Häuser in der Speicherstadt.

 

Sehr sehenswert in der Speicherstadt ist übrigens das Gewürzmuseum - zum einen, weil es einen wirklich interessanten Überblick über Chili, Muskat & Co. bietet, zum anderen weil es sich in einem der alten alten Speicher befindet und man dabei einen guten Einblick in das "Innenleben" eines solchen Bauwerks bekommt.

 

Kontrast: Moderne Bürobauten in der Speicherstadt.

 

Ein besonders angenehmer Aspekt an der Hansestadt ist, dass vieles bequem zu Fuß zu erreichen ist - so kommt man von der Speicherstadt innerhalb weniger Minuten weiter zum "Sammelpunkt" der Stadt, der Gegend um das Rathaus und den Jungfernstieg. Rundherum gibt es einige Shoppingarkarden die so ziemlich alles bieten, was das Herz so begehrt.

 

Das Hamburger Rathaus.

 

Manche Tage vergehen schnell - dieser hier verlief besonders rasant. Er hat uns einige Einblicke in diese tolle Stadt gewährt und bei uns den Wunsch hinterlassen, auf jeden Fall wiederzukommen - und dabei etwas mehr Zeit mitzunehmen. Einiges Interessantes hätte es auf jeden Fall noch zu sehen gegeben, für Luftfahrtinteressierte sei da nur das Stichwort "Finkenwerder" genannt...

Der Rückflug gestaltete sich ebenso angenehm wie der Hinflug - diesmal reisten wir an Bord einer Boeing 737-800 (D-ABBQ) und kamen mit kurzer Verspätung in Wien an. Neben dem Ziel unseres Ausfluges hat uns auch der Weg hin und zurück recht gut gefallen - und eigentlich hatten wir nicht den Eindruck an Bord eines "Low Cost Carriers" zu fliegen.

 

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