Auf
Einladung von Styrian Spirit durfte Austrian Aviation Net an einem
Flug von Salzburg nach Zürich teilnehmen – und zwar
an Bord eines nagelneuen Bombardier Canadair Regional Jet CRJ200.
Flug "Z2 201" startet jeden Morgen von Montag bis Samstag
und ist einer von drei täglichen Flügen auf dieser Route,
die im Codeshare mit Swiss durchgeführt werden. Die Flugzeit
beträgt üblicherweise etwa 45 Minuten. Hauptsächlich
nutzen natürlich Geschäftsreisende den Flug in das Schweizer
Finanzzentrum – aber auch Touristen besuchen die attraktive
Destination oder nutzen die zahlreichen Umsteigemöglichkeiten,
die Codesharepartner Swiss in Zürich bietet. |

Styrian
bzw. Salzburg Spirit pendelt mehrmals täglich zwischen
Salzburg und Zürich.
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Zum
Einsatz kommt auf dieser Strecke jeweils einer der vier CRJ200
der Fluglinie (von denen übrigens nur zwei Maschinen die
"Styrian Spirit" Bemalung tragen – ein Flugzeug
ist in "Slovenian Spirit"-Farben bemalt, eines fliegt
als "Salzburg Spirit"). Im Sommer 2005 wird eine der
Jets gegen einen fabrikneuen, größeren CRJ700 ausgetauscht.
Unser
Flug wurde von der Maschine mit dem Kennzeichen OE-LSE und der
Baunummer (auch als c/n für „construction number“
bezeichnet) 7990 durchgeführt. Es handelt sich hierbei um
das jüngste Mitglied der Flotte, welches erst vor kurzem
im Rahmen einer großen Zeremonie im legendären Salzburger
Hangar 7 (der Heimat der "Flying Bulls") auf "Salzburg
Spirit" getauft worden war. Die Maschine bietet fünfzig
Passagieren in einer 2+2 Konfiguration auf elegant-grauen Ledersitzen
Platz. |

Das
moderne Glascockpit des Canadair Regional Jet |
Das
Flugdeck des CRJ weist ein für moderne Flugzeuge typisches
Design auf: Auf der Hauptkonsole informiert jeweils ein Primary
Flight Display, auch PFD genannt, Kapitän und Copilot über
Geschwindigkeit, Höhe und Lage des Flugzeuges, zwei Navigational
Displays, auch als ND bezeichnet, zeigen neben der aktuellen
Position des Jets auch umliegende Flughäfen und Waypoints
an – auf den gleichen Bildschirm wird bei Bedarf auch
das Radarbild zugeschaltet. Schließlich geben zwei sogenannte
EICAS-Monitore Informationen zu den Triebwerken, Kraftstoff-
und Hydrauliksystemen und zeigen bei Systemauffälligkeiten
Warnmeldungen an. EICAS steht dabei für Engine Indication
and Crew Alerting System.
Unter
den beiden EICAS-Displays findet sich dann – bereits in
die Mittelkonsole reichend – links und rechts vom Fahrwerkshebel
jeweils ein Control Display Unit (CDU), das als Schnittstelle
zum Flight Management Computer (FMC) dient. Über dem Main
Panel ist – wie bei fast allen modernen Verkehrsflugzeugen
üblich – die Steuerung für den Autopiloten,
das sogenannte Mode Control Panel (MCP) untergebracht. Damit
werden die verschiedenen Funktionen zugeschaltet – vom
simplen Kurshalten bis hin zur Aktivierung des in den FMC eingegebenen
Kurses.
Die
Cockpitcrew bestand am Tag unseres Fluges aus Captain Florian
Ragg und First Officer Anita Jäger die als sogenannter
"Pilot Flying" die Maschine von Salzburg nach Zürich
steuerte. Nach der üblichen Unterweisung zur Funktion von
Emergency Exit, Rettungsseil und Sauerstoffmaske an den Austrian
Aviation Net-Mitflieger ging es auch schon los.
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EICAS
(oben) und Control Display Units (unten) links und rechts
vom Fahrwerkshebel.
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Nach
dem Boarding und Schließen der Türen wurden –
natürlich nach Einholen der aktuellen ATIS-Wetterinformation,
Durchgehen der Before Start-Checklist und der Startup-Freigabe
von Salzburg Ground – die Triebwerke angelassen. Dies geschieht
beim CRJ im wesentlichen durch Einschalten der Treibstoffpumpen
und Betätigen der "Ignition"-Knöpfe auf dem
Overhead-Panel sowie Stellen des jeweiligen Schubhebels auf die
"Idle"-Position. Als "Idle" wird in der Luftfahrt
der Leerlauf eines Triebwerks bezeichnet. |
Das
Overhead Panel mit Kontrollknöpfen für die Treibstoffpumpen,
Klimaanlage, Triebwerksstarter, Hydraulik, Beleuchtung und mehr.
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Nach
der Rollfreigabe, auch Taxi Clearance genannt, ging es dann über
Exit 4 und die Rollwege Lima und Foxtrott zum Haltepunkt der Runway
34. Nach Durchgehen der Before Takeoff Checklist und Einholen
der Startfreigabe auf der Tower-Frequenz 108.10 steuerte First
Officer Anita Jäger den Jet exakt auf die Mittellinie der
Runway. Kurz darauf wurden die Schubhebel nach vorne geschoben
und nach wenigen Momenten erreichte die Maschine V1 um sich kurz
darauf nach Erreichen der Rotationsgeschwindigkeit VR in die Luft
zu erheben. |

"Styrian
201, cleared for take-off runway 34." |
Flugkapitän
Florian Raggs beruflicher Werdegang führte – wie bei
vielen jungen Piloten üblich – zuerst in die USA, wo
er am Anfang seiner Karriere als Fluglehrer bei ComAir/Delta in
Florida tätig war. Anschließend führte er für
eine Montagfirma Executive-Flüge in Europa durch, danach
lebte und wirkte er wieder als Fluglehrer in Europa und in den
USA.
Seit
der Aufnahme des Flugbetriebs von Styrian Spirit im Jahre 2003
war er als Copilot tätig, bis er im Februar 2005 den begehrten
vierten Streifen und damit die Kapitänswürde verliehen
bekam. Ein großer Moment im Leben eines jeden Piloten. Die
Frage, warum er gerade bei Styrian Spirit arbeitet, beantwortet
Florian Ragg so: "Die Airline fliegt supermoderne Jets und
hat offensichtlich ein gutes Konzept. Es ist toll, hier mitzuarbeiten
und zu sehen, wie sich unsere Firma erfolgreich entwickelt: Wenn
beispielsweise in nur zwei Jahren zwei nagelneue Jets –
ein CRJ200 und ein CRJ700 – neu in die Flotte aufgenommen
werden."
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Der Flugplan für den kurzen Trip von Salzburg nach Zürich.
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Auf
die Frage, wie sich der CRJ für den Piloten fliegt, antwortet
Florian Ragg: "Recht sportlich!" Ein Eindruck, den der
Autor – bisher mit diesem Muster lediglich als Kabinenpassagier
unterwegs – gefühlsmäßig durchaus teilen
kann. Nicht umsonst ist der CRJ mit den schnittigen Challenger-Businessjets
von Canadair verwandt.
First
Officer Anita Jäger kann über ähnliche berufliche
und fliegerische Erfahrungen wie Captain Ragg berichten –
nach der Ausbildung war die Salzburgerin ebenfalls als Fluglehrerin
unterwegs und fliegt bei Styrian Spirit als eine von drei Damen
im Cockpit.
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Der
Anflug auf Zürich auf dem Navigational Display.
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Der
weitere Streckenverlauf von Flug 201 führte uns über
die Waypoints TRAUN, MANAL und KPT nach Westen. Der Top of Climb
(die Reiseflughöhe) war an diesem Tag bei 26.000 Fuß
erreicht, was etwa 9000m entspricht. Nach kurzem Flug in dieser
Höhe mit einem traumhaften Blick über die Alpen wurde
auch schon wieder der Sinkflug eingeleitet – leider, denn
neben dem prächtigen Ausblick war auch der Aufenthalt im
Cockpit äußerst angenehm und gestaltete sich durch
die Erklärungen der äußerst freundlichen Besatzung
viel zu kurz. |

Vor
der Landung in Zürich waren ein paar Kurven zu fliegen.
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Während
des Sinkfluges wurde übrigens die Hilfsturbine, kurz APU,
was soviel wie Auxilary Power Unit bedeutet, aktiviert um die
Klimaanlage weiterzubetreiben. Bei den meisten Flugzeugmustern
ist dies nicht üblich, dort wird die Klimaanlage über
die Zapfluft (Bleedair) der Triebwerke gespeist, beim CRJ hat
es jedoch einen ganz speziellen Grund. Sind die Enteisungssysteme
für Triebwerke (Engine Anti Ice) und Tragflächen (Wing
Anti Ice) aktiviert, und kommt es beispielsweise zu einem Triebwerksausfall
(Engine failure) und/oder einem Durchstartmanöver, in der
Fachsprache der Flieger auch „Go around“ genannt,
braucht die Maschine vollen Schub. Um hier – im Falle eines
Falles – nicht wertvolle Leistung der Triebwerke für
die Klimaanlage zu verschwenden, wird diese über die APU
gespeist. |

Kurz
vor dem Aufsetzen auf Landebahn 14.
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| Bei
Anflug und Landung gilt der CRJ als anspruchsvoll – der Abstand
zwischen Boden und voll ausgefahrenen Landeklappen beträgt
nur wenige Zentimeter! Ein ordentlicher Ground Effect führt
mitunter zu ausgedehntem Flare (also langem "Dahingleiten"
über der Runway). Interessant ist auch die Tatsache, dass der
CRJ keine Vorflügel (Slats) besitzt, wodurch er - ähnlich
wie beispielsweise die Fokker 50 – im wahrsten Sinne des Wortes
mit der "Nase nach unten" die Piste anfliegt. Für
den Besucher von Austrian Aviation Net im Cockpit ein ebenso interessanter
Anblick wie für interessierte Zuseher von außen. Durch
diesen ungewöhnlichen Gleitwinkel ist der CRJ schon von weitem
als solcher zu erkennen. |
Zwischen
Flaps und Landebahn liegen beim CRJ nur wenige Zentimeter...
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Der
Anflug auf Zürich gestaltet sich für Piloten in der
Regel unspektakulär – lediglich der sogenannte "non-precision-approach"
auf Runway 28 gilt als Herausforderung. Dieser muss mitunter aufgrund
von Lärmschutzbestimmungen in der Nacht geflogen werden,
und verlangt den Crews einiges an Erfahrung ab.
An
diesem Tag jedoch wurde uns jedoch der "klassische"
ILS-Anflug auf Runway 14 zugeteilt – auf der 3.300 Meter
langen Piste landen in Zürich untertags die meisten Maschinen.
Wir erreichten den Gleitpfad, im Fliegerenglisch auch als Glide
Slope bezeichnet nach Einleiten einer scharfen Linkskurve nach
den Waypoints Zürich East und Transadingen. Trotz einer –
für Zürich nicht untypischen – dicken morgendlichen
Nebelwand steuerte Anita Jäger die Maschine sicher auf den
Flughafen zu und setzt sie sanft auf der Landebahn auf. Über
den Taxiway "Hotel 1" verließen wir die Runway
und steuerten nach Überquerung der Bahn 28 (die an diesem
Tag neben Runway 16 für Starts genutzt wurde) die Parkposition
nördlich von Terminal A an, wo schließlich nach Setzen
der Parkbremse die Triebwerke abgestellt wurden.
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Taxi
to parking.
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Alles
in allem ein wirklich schöner und sehr interessanter Flug
mit einer äußerst sympathischen Crew!
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Captain Florian Ragg und First Officer Anita Jäger pilotierten
den CRJ von Salzburg nach Zürich
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Besonderer Dank für die Mithilfe an diesem Bericht geht an
Florian Ragg, Anita Jäger und Michael Sereinig von Styrian
Spirit.
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