von Andreas Vierziger

 

Seit 1991 hat sich die baltische Republik Lettland mit seiner Unabhängigkeit aus der seit 1939 bestehenden sowjetisch-russischen Abhängigkeit verabschiedet. Seitdem hat sich der Staat naturgemäß vielen Änderungen unterworfen, sowohl im gesellschaftflichen, kulturellen und wirtschaftlichen Sinn – sowie natürlich auch in der Luftfahrt. Austrian Aviation Net wurde von airBaltic – der nationalen Fluggesellschaft Lettlands – zu einer Pressereise in die Hauptstadt Riga eingeladen.

Wir flogen mit einer Boeing 737-500 der lettischen Airline auf einem der vier wöchentlichen Flüge ab Wien und landeten nach einem knapp zweistündigen Flug auf dem Riga international Airport. Dieser wirklich schöne Flughafen stellt als größter internationaler Flughafen Lettlands den Hauptverkehrsknotenpunkt der baltischen Fluglinie dar.

 

Früher setzte airBaltic auch Jets vom Typ Avro RJ70 ein. Derzeit besteht die Flotte aus Fokker 50 und Boeing 737-500.
 
Der Flug selbst war gut gebucht und erwies sich als überaus angenehm, das Personal an Bord war äußerst bemüht und auch das Catering ließ keine Wünsche offen.

Nach dem Anflug auf Riga – bei dem man mit schönen landschaftsmalerischen Eindrücken des kleinen baltischen Landes quasi überhäuft wurde – wurden wir vom Corporate Communications Representative, Agita Drulle, empfangen und in unser Hotel transferiert.

Das Reval Hotel Latvija ist den Einheimischen allein schon aufgrund seiner Höhe ein Begriff. So befindet sich beispielsweise im 27. Stock ein Fitnessbereich, in welchen man während des Trainings einen wunderbar Ausblick über die Stadt genießen kann. Auch von vielen der geschmackvoll eingerichteten 382 Zimmer kann man über einen Park hinweg Rigas Altstadt bewundern.

 

Überblick über die Altstadt von Riga vom Hotel Latvija.

 
Diese Altstadt stellt auch gleich eines der Haupttouristenziele Rigas dar – sie wurde sogar im Jahr 1997 zum UNESCO-Weltkulturerbe erklärt, vier Jahre vor Wien!

Sie wird durch einen Stadtkanal und einen Park am ehemaligen Standort der Stadtmauer von der Neustadt getrennt. Sehenswürdigkeiten, die man sich bei einem Rigabesuch nicht entgehen lassen darf, sind die Petrikirche, die drei Brüder (ein Gebäudeensemble aus dem 15. Jahrhundert), der Dom, das Okkupationsmuseum, das Rathaus, das Schwarzhäupterhaus, das Freiheitsdenkmal, das Rigaer Schloss, die Häuser von Mikhail Eisenstein in der Neustadt sowie der Fernsehturm auf der „Haseninsel“. Die Stadt Riga liegt an einem Fluss, der Düna (Daugava).

 

Fassade eines Hauses von Mikhail Eisenstein.
 
Am Abend des ersten Tages besuchten wir das Restaurant „Bergs“ welches sich im gleichnamigen Hotel befindet. Es handelt sich hierbei um eines des besten Restaurants der Stadt – und das zu recht. Da das Auge bekanntlich mitisst, konnte dieses Restaurant neben den ebenso appetitlich angerichteten wie köstlichen Speisen, mit einer sensationellen Inneneinrichtung punkten.

Nach dem Essen hatten wir die Möglichkeit, auch dieses Hotel zu besichtigen, in welchem sich ein Liebhaber von Architektur und Design überaus wohl fühlen wird. Die Zimmer wurden von einer lettischen Designerin eingerichtet, und dies war ihr wirklich gelungen. Die Zimmer unterscheiden sich teilweise voneinander, und die Qualität des Mobiliars ist hoch, so findet man beispielsweise Lampen von Foscarini in den Zimmern.

Anschließend legten wir einen kurzen Fußweg in unser Hotel zurück und suchten die dortige „Skyline Bar“ auf, die sich im 26. Stock befindet. Dass der Ausblick über das nächtliche Riga auch von dort sehr nett ist, muss man vermutlich nicht gesondert hervorheben.

 

Auch das Nachtleben kommt in Lettlands Hauptstadt nicht zu kurz, wie eine Vielzahl von "stylishen" Lokalen beweist.
 

Der Dom von Riga.

 

Am nächsten Morgen begannen wir mit einer Reiseleiterin die Altstadt Rigas zu erforschen, unter anderem den Dom und einige Häuser von Mikhail Eisenstein (übrigens dem Vater von Regisseur und Theatermann Sergej Eisenstein), einem lettischen Architekten, der im Jugendstilviertel durch einige prächtige Bauten vertreten ist.

Ein weiterer Programmpunkt brachte uns nach Jurmala. Hierbei handelt es sich um einen am Meer gelegenen Kurort in der Nähe der lettischen Hauptstadt. In diesem Ort befinden sich etliche schöne alte Villen und besonders idyllisch war ein Spaziergang am Strand der Baltischen See – auf der einen Seite das ruhige Meer, auf der anderen ein mächtiger Laubwald. In Jurmala befindet sich auch das „Baltic Beach Hotel“, ein großes, schönes Kurhotel mit Blick aufs Meer sowie einem einladenden Spa- und Wellnesbereich.

 

Das Meer und der kilometerlange Sandstrand in Jurmala.

 
Nach dem Essen in einem Restaurant in Jurmala besuchten wir die „Livu Akvaparks“, eine überaus großdimensionierte Badelandschaft mit einem ausgeklügelten Rutschensystem, Wellenbad und allem anderen und noch mehr. Jedenfalls war es schade, das alles nur aus der Besucherperspektive zu erfahren, denn man wird dort recht schnell wieder zum (großen) Kind...

Wieder im Zentrum von Riga angekommen, hatten wir kurz Zeit, durchzuatmen, Märkte zu besuchen oder bei den diversen Chocolatiers heiße Schokolade (nein, nicht Kakao!) zu trinken.

Unser Programm führte uns weiter ins „Lido“, einem riesigen Restaurantkomplex samt nachgebauter Windmühle, wo wir uns mit der traditionellen lettischen Küche vertraut machen konnten. Besonders zu empfehlen wäre an dieser Stelle vermutlich das speziell dort gebraute Honig-Bier, welches anfangs etwas ungewohnt spätestens ab dem zweiten Schluck hervorragend mundet.

Auch zum abendlichen Ausgehen ist Riga äußerst empfehlenswert, die Lokale kann man normalerweise angenehm zu Fuß erreichen, sofern man sich schon einmal im Stadtkern befindet. Um sich ein Bild über das Nachtleben Rigas zu machen, nimmt man sich am besten eines der Magazine wie „Riga this Week“ zur Hand und informiert sich vor Ort oder via Internet kurz davor.

Zwei Tage nach unserer Ankunft ging es leider schon wieder zurück nach Wien, wo wir nach einem angenehmen Flug zwei Stunden später landeten.

 

Die Fokker 50 ist neben der Boeing 737-500 das Arbeitstier bei airBaltic und wird auch immer wieder bei Flügen nach Wien eingesetzt.
 
Die Air Baltic Corporation wurde 1995 gegründet, als Shareholder fungieren zu 52,6% der Staat Lettland und zu 47,2% die skandinavische SAS. Von Riga aus werden 27 europäische Destinationen angeflogen, seit 2004 gibt es auch Flüge aus dem litauischen Vilnius zu 11 Destinationen.

Die Fluglinie hält den Zusatztitel „Well Connected with SAS“, was darauf hinweisen soll, dass es sich hierbei um ein Unternehmen mit den selben Sicherheits- und Servicestandards wie SAS handelt. Auch die aktuelle Bemalung gleicht sich dem des großen Partners an. Seit März 2002 ist übrigens der Deutsche Bertolt Flick Präsident und CEO der Gesellschaft.

 

Boeing 737-500 der airBaltic in neuer Bemalung.

 
Die Flotte besteht derzeit aus 14 Flugzeugen, je 7 Fokker 50 Turboprops und 7 Boeing 737-500. Mehr als 680 Menschen sind bei dieser Fluglinie beschäftigt. Im Jahr 2004 führte airBaltic 16.205 Flüge durch und konnte damit zum Vorjahr eine Steigerung von 57% erwirtschaften, die Anzahl der beförderten Passagiere stieg sogar um 75% auf 598.288 Fluggäste. Der Marktanteil der airBaltic am Flughafen Riga liegt bei 51%, in Vilnius sind es knapp 10%.

Wegen der Umstrukturierung der Flotte sowie Investitionen in den Knotenpunkt Vilnius (2,86 Millionen Euro) erwirtschaftete die Gesellschaft zuletzt einen Nettoverlust von umgerechnet 1,2 Millionen Euro. Der Gesamtumsatz lag bei 74,4 Millionen Euro.

Die günstigen Preise konkurrieren (neben anderer Fluglinien) ebenso mit Bus- Bahn- oder Fährverbindungen. Das One-Way-Preissystem der airBaltic ermöglicht dem Reisenden eine erhöhte Flexibilität in der Planung und außerdem muss er sich keinen speziellen Reisekonditionen, wie z.B. der „Sonntagsregel“, unterwerfen. Dieses Preissystem gilt für alle Direktflüge ab Vilnius und Riga – ausgenommen sind jedoch Moskau und Kiew.

 

Riga gilt als einer der modernsten Flughäfen im Baltikum und verfügt über insgesamt fünf Fluggastbrücken. Im Jahr 2004 wurden 1,060 Mio. Passagiere abgefertigt, bis September 2004 waren es bereits 1,375 Mio. Fluggäste.
 
Die Businessclass der airBaltic unterscheidet sich folgendermaßen von der Economy Class:

Neben voller kostenloser kulinarischer Verpflegung (die man tatsächlich empfehlen kann) hat man Konditionen für flexible Tickets, Zutritt zur Business-Lounge am Flughafen, entweder einen Gang- oder Fensterplatz, da der Mittelsitz nicht verwendet wird. Darüber hinaus erhält man die doppelte Anzahl an EuroBonus-Punkten im Vielfliegerprogramm.

In der Economy Class bekommt man die einfache Anzahl der EuroBonus Punkte, die Flexibilität des Tickets ist eingeschränkt, für Essen und Getränke muss bezahlt werden.

Die Wartungsarbeiten werden in Übereinstimmung mit dem internationalem JAR (Joint Aviation Requirements) 145 Standard durchgeführt.

Nach dieser Reise können wir zwei Dinge auf jeden Fall bestätigen – Riga ist auf jeden Fall eine Reise wert und der Flug mit airBaltic stimmt auf angenehme Art und Weise auf den bevorstehenden Urlaub ein!

 

Links:

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> Flughafen Riga

> airBaltic

> Riga this Week

 

Alle Fotos: Austrian Aviation Net