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von
Peter Unmuth |
Anlässlich des Jubiläumsjahres 2005 (50 Jahre Bundesheer) entstand am Fliegerhorst Hinterstoisser in Zeltweg eine vielbeachtete Ausstellung zum Thema "Luftstreitkräfte in Österreich". Nachdem im Vorjahr mehr als 36.000 Besucher die Flugzeuge und Hubschrauber bestaunt haben, wurde im Mai 2006 die neu gestaltete und erweiterte Ausstellung wiedereröffnet. Peter Unmuth war noch einmal in Zeltweg, um ein paar Impressionen einzufangen – und die Empfehlung abzugeben, die Sammlung unbedingt anzusehen. Dies sollte man aber bald tun: Die Ausstellung schließt nämlich am 15. Oktober 2006 wieder ihr Pforten. Die Sammlung 2005 am Fliegerhorst Zeltweg enstand unter Federführung des Kommandos der Luftstreitkräfte. Diese öffentlich zugängliche Ausstellung auf beachtlichen 6.300 Quadratmetern erfüllt den Anspruch, alle Aspekte der heimischen Luftwaffe darzustellen. Dazu zählen unter anderem Kraftfahrzeuge, Instrumente der Luftraumüberwachung, Luftaufklärungsgeräte, Triebwerke und natürlich eine beachtliche Anzahl von Luftfahrzeugen. Begonnen hat der Aufbau der Luftstreitkräfte mit den aus russischer Produktion stammenden Yak-11 und Yak-18. Von der Yak-18 waren 4 Stück von 1955 bis 1960 im Einsatz. Diese erreichten eine maximale Geschwindikeit von 285 km/h und eine Dienstgipfelhöhe von 3.000 Metern. Ebenfalls 4 Stück betrug der Stand an Yak-11 (in den Jahren 1956 bis 1965) die eine Geschwindigkeit von 450 km/h und eine Dienstgipfelhöhe von immerhin 7.500 Metern erreichen konnte.
Yak-11 (oben) und Yak-18 (unten)
Eine Yak-18 war es auch, die als erster Flieger das österreichische Hoheitsabzeichen trug – und zwar am 9. Dezember 1955 bei einem Start in Langenlebarn. Bereits im April 1956 nahm die Fliegerschule am dortigen Stützpunkt den Betrieb auf – mit den genannten Fliegern russischer Herkunft sowie mit amerikanischen Hubschraubern vom Typ Bell-47.
Bell-47
Ende der 1950er Jahre wurden auch noch Alouette II und Westland S-55 Helikopter angeschafft. Mit diesen Mustern wurde die Basis zur weltweit anerkannten Gebirgsfliegerei gelegt. Parallel dazu wurden die ersten "richtigen" Kampfflugzeuge gekauft – nämlich drei de Havilland Vampire. Im Laufe der Jahre 1957 bis 1972 standen 9 Stück dieser Type im Dienst der österreichischen Luftstreitkräfte.
de Havilland Vampire
Der erste Einsatzverband mit Jagdflugzeugen enstand dann ab dem Jahr 1961. Es wurden insgesamt 30 Stück gebrauchter Saab J-29 "Tunnan" (mehr oder weniger liebevoll auch als "Fliegende Tonne" bezeichnet) von den schwedischen Luftstreitkräften übernommen. Diese Flugzeuge standen bis 1972 im Dienste unseres Landes.
Saab
J-29 "Tunnan"
Im Laufe der frühen Sechziger Jahre bestand die Luftwaffe aus einem wahren Sammelsurium verschiedenster Typen, die dann ab 1964 durch 24 Stück Saab-91D Safir ersetzt wurden. In dieser bunt gemischten Sammlung fanden sich nebst anderer Typen auch Cessna L-19, Fiat G-46 sowie Fouga Magister.
Cessna L-19, Fiat G-46 und Fouga Magister (von oben nach unten)
Ende der 1960er Jahre wurde auch die Frage nach der Nachfolge für die Saab J-29 immer dringlicher. Im Juli 1976 wurde der Politik die Beschaffung von zwei Staffeln Saab J-35 "Draken" vorgeschlagen um die alternden Tonnen durch damals aktuelle Jets der zweiten Generation ersetzen zu können. Tatsächlich beschafft wurden dann im Jahr 1968 20 Stück Saab J-105. 1969 wurden weitere Saab J-105 bestellt und durch diese Entscheidung dem Vorschlag des Drakenkaufs eine klare Absage erteilt. Mitte der 70er Jahre wurden dann 21 Pilatus PC-6 Turbo Porter und 12 Bell OH-58 beschafft. 1980 kamen die AB-212 Hubschrauber als AB-204 Ersatz und 1984 wurde die Pilotenausbildung durch die Indienststellung von 16 PC-7 sichergestellt. Nach langwierigen politischen Debatten wurde schlussendlich im Jahre 1984 die Anschaffung von 24 "Luftraumüberwachungsflugzeugen" ausgeschrieben. Diese Ausschreibung mündete in der Anschaffung von 24 Stück gebrauchter Saab J-35 Draken.
Saab J-35 Draken
Das anfangs negativ geprägte Image dieser Flieger wandte sich im Zuge der Jugoslawienkrise 1991 zum Guten und schlussendlich blieben die Draken bis Ende 2005 im aktiven Dienst der Luftstreitkräfte. Zwei der Drachen wurden auch mit Sonderanstrichen versehen – nämlich der Ostarrichi Draken im Rahmen von "1000 Jahre Österreich" im Jahr 1996 sowie zur Außerdienststellung Ende 2005 der "Dragon Knight", der die vier Nationen repräsentiert, die den Draken im Einsatz hatten. Beide sind heute in Zeltweg Seite an Seite ausgestellt.
Roter und schwarzer Draken.
Bis zur Auslieferung der ersten Eurofighter wird die Luftraumüberwachung von gemieteten F-5 der schweizer Luftwaffe sichergestellt. Die Ausstellung ist nur noch bis 15 Oktober 2006 jeweils von Dienstag bis Sonntag von 09:00 bis 17:00 bei freiem Eintritt geöffnet. Alle Fotos: Peter Unmuth > Peter Unmuth bei Air Team Images |