Budapest wird nach Malev-Pleite "aufgeteilt"
Nach dem Grounding der ungarischen Malev reagiert die Lufthansa und stockt die Budapest-Verbindungen kurzfristig auf. Billigflieger Ryanair nutzt die Chance und eröffnet eine neue Basis in Budapest - auch Air Berlin wittert Geschäft

Foto: Andy Graf
Des einen Leid, der anderen Freud: Nach der Pleite der ungarischen Malev hat es nicht lange gedauert, dass die Major Carrier reagieren. Nachdem ein zuvor in festen Händen gewesener Markt nun offen liegt, greifen Lufthansa, Ryanair und Air Berlin nach ihrem Stück vom Kuchen.
Lufthansa stockt kurzfristig ihre Verbindungen in die ungarische Hauptstadt Budapest auf. Bereits ab kommenden Montag, den 6. Februar 2012, wird Lufthansa Budapest zusätzlich mit jeweils einem täglichen Flug von Hamburg und von Berlin verbinden. Ab dem Sommerflugplan 2012 werden dann sogar zwei tägliche Verbindungen ab Hamburg angeboten. Bisher verbindet Lufthansa Budapest viermal täglich mit Frankfurt, fünfmal täglich mit München sowie dreimal täglich mit Düsseldorf.
Ryanair geht sogar noch einen Schritt weiter, und kündigt an, innerhalb der nächsten zwei Wochen eine Basis in Budapest zu eröffnen. Am Freitag, dem 17. Febrauar sollen dann vier Boeing 737-800 des Billigfliegers auf dem Vorfeld stehen. Geplant ist, dass 31 Routen übernommen werden (darunter auch weiter oben angesprochene Destination Hamburg - zwar nicht Fuhlsbüttel, sondern Lübeck). An die Piloten, Flugbegleiter und Techniker von Malev richtet Ryanair in einer Presseaussendung ein Übernahmeangebot, um deren Jobs zu erhalten.
Die Air Berlin versucht auch mit der Pleite des ungarischen Carriers Geschäft zu machen:
Ab Montag, den 06.02.2012, wird der deutsche Billigflieger einmal täglich in die ungarische Hauptstadt fliegen. Das Flugzeug startet in Berlin um 12:45 Uhr und landet in Budapest um 14:20 Uhr. Zurück geht es um 15:00 Uhr mit Ankunft in Berlin um 16:35 Uhr.
Malev hinterlässt 42 Prozent des Traffics am Budapester Flughafen. 43 Destinationen wurden aus Budapest angeflogen, davon hatte man auf 21 Routen ein Monopol. Mit dem Sommerflugplan 2012 wären noch weitere sechs, ausschließlich von Malev angeflogene Strecken, hinzugekommen. Mit Hamburg-Fuhlsbüttel (HAM) hat die Lufthansa bereits zugeschlagen, Thessaloniki hat sich Ryanair geschnappt. Es bleibt also weiterhin spannend, wie der Markt in Ungarn aufgeteilt werden wird.