787-Debakel: Boeing streicht Hunderte Stellen
Das kostspielige Grounding des Dreamliners dauert weiter an. Nun zieht Boeing offensichtlich seine Konsequenzen.

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Nach den massiven Problemen mit dem noch immer gegroundeten Dreamliner müssen nun Hunderte Angestellte des US-amerikanischen Flugzeugbauers Boeing ihren Arbeitsplatz räumen. Betroffen seien, einem Artikel des „Wall Street Journals“ zufolge, vor allem Leiharbeiter im Werk North Charleston in South Carolina, die nicht gewerkschaftlich organisiert sind.
Mehr als 6.000 Zeitarbeiter beschäftigt Boeing derzeit an diesem Standort; der Stellenabbau habe bereits begonnen und solle noch im Laufe dieses Jahres bis zu 20 Prozent des Personals treffen. Das Ziel sei eine massive Kostenreduktion, die den durch das im Jänner von der amerikanischen Zivilluftfahrtbehörde FAA verordnete Flugverbot des Prestigefliegers 787 gehörig unter Druck gesetzten Flugzeugbauer finanziell entlasten soll. Schenkt man der ungenannten Quelle, auf die sich das Wirtschaftsblatt bezieht, Glauben, so seien die Kündigungen jedoch schon vor dem Grounding festgestanden.
Bis sich der flügellahme Dreamliner wieder in die Lüfte erhebt, dürfte indes noch einige Zeit vergehen. Eine am vergangenen Freitag von Boeing vorgeschlagene Modifikation der Lithium-Ionen Batterie, die die Brandgefahr sprichwörtlich „eindämmen“ soll, müsse zuerst von der FAA abgesegnet werden. Zu diesem Zweck könnten bereits nächste oder übernächste Woche erste Flugtests mit der neuen Akku-Schutzhülle aufgenommen werden.
Die betroffenen Fluggesellschaften schieben zwischenzeitlich die Wiedereingliederung ihrer 787 in den regulären Flugplan immer weiter hinaus. So haben Air India, Ethiopian und LAN bis Ende März, Qatar Airways bis Ende April, JAL bis Ende Mai und United bis Ende Juni einen Ersatz-„Timetable“ für ihre geplanten Dreamliner-Flüge ausgearbeitet. Die polnische LOT rechnet überhaupt damit, den gesamten Sommer mit ihren Boeing 767-300 bestreiten zu müssen und plant einen Wiedereinsatz für Ende Oktober.