Auch im zweiten Quartal schrieb die deutsche Low Cost Fluglinie Air Berlin rote Zahlen. Der Vorstand kündigte vergangenen Freitag an, Strecken zu streichen. Eines der ersten Opfer könnte nun der Flughafen Klagenfurt sein. Ab dem Winterflugplan werden nach derzeitigem Stand sämtliche Linienflüge nicht mehr angeboten, wie der Branchendienst "Airline Route" unter Berufung auf die Buchungsmaske berichtet. Damit würde der kleinste österreichische Flughafen mit einem Schlag drei von sieben Linienverbindungen verlieren. Eine Air Berlin-Sprecherin meinte allerdings gegenüber Austrian Aviation Net, dass es derzeit noch keine endgültige Entscheidung gäbe. "Es gibt mit Klagenfurt noch weitere Gespräche", so die Sprecherin.
Die Air Berlin-Verbindungen von Klagenfurt nach Hamburg, Düsseldorf und Berlin standen seit rund einem Monat auf Messers Schneide. Angeblich verlangte die Airline rund eine halbe Million Euro, um weiterhin zum Wörthersee zu fliegen.
Zuletzt hatte auch der Klagenfurter Flughafenchef Johannes Gatterer an den Kärntner Tourismus appelliert, die Flüge von Air Berlin zu retten. Im Austrian Aviation Net-Sommergespräch sprach er von "Incentives" (finanziellen Anreizen) um die Flüge rentabel machen. "Volkswirtschaftlich rechnet sich das", so Gatterer.
An dem Ende der Air Berlin-Flüge würde wohl auch die österreichische Politik eine Mitschuld tragen. Laut Gatterer hätten die erhöhte Sicherheitsgebühr und die Ticketsteuer bei Air Berlin zusätzliche Kosten von 650.000 Euro pro Jahr verursacht.