Austrian Airlines: 2011 in Zahlen
Die Passagierstatistiken offenbaren die Probleme der AUA

Foto: AirTeamImages.com
11,2 Millionen Passagiere im Jahr 2011. Passagierrekorde im August und September. Doch das ist nur die halbe Wahrheit. Die Verkehrsstatistik des letzten Jahres offenbart auch hausgemachte Fehler der Austrian Airlines. Angebot und Nachfrage etwa waren kaum aufeinander abgestimmt. Austrian Aviation Net hat die Passagierzahlen analysiert.
ASK...Angeboten Sitzkilometer in Prozent
RPK...Ausgelastete Passagierkilometer Prozent
PW...Passagierwachstum in Prozent
PLF...Veränderung des Passagierladefaktors in Prozentpunkten
Alle Angaben im Vergleich zum jeweiligen Vorjahresmonat
Zwar sagen diese Zahlen nichts über die Gewinne oder Verluste aus, doch die Werte ASK und RPK sind die aussagekräftigsten Zahlen, die von Austrian Airlines veröffentlicht werden. ASK misst das Angebot in Sitzkilometern. Fliegt die AUA etwa eine Strecke mit einem Flugzeug mit mehr Sitzplätzen, so steigt der ASK. Werden diese zusätzlich verfügbaren Sitze auch tatsächlich verkauft, dann steigt auch der Wert RPK, der die ausgelasteten Passagierkilometer angibt. Falls die Kapazität erhöht wird, diese Sitzplätze aber frei bleiben, so sinkt der Passagierladefaktor. Unterm Strich heißt das, dass ASK und RPK sich immer parallel zu einander entwickeln sollten. Optimal wäre, wenn die ausgelasteten Passagierkilometer stärker steigen als das Angebot. Umgekehrt, wenn das Angebot stärker steigt als die Nachfrage, dann bedeutet das, dass die Auslastung geringer wird.
Bei der AUA war das ganze Jahr über das Angebot höher als die Nachfrage. Im Februar etwa war der Unterschied besonders groß: Die angebotenen Sitzkilometer stiegen um 2,8 Prozent, die ausgelasteten Passagierkilometer sanken jedoch um 3,7 Prozent. Das resultierte in einer Auslastung, die 4,6 Prozentpunkte tiefer als im Februar 2010 lag. Ähnlich war es im März, da sank der Passagierladefaktor noch stärker.
Nicht vergleichbar ist der April. Der Vulkanausbruch auf Island ein Jahr davor verzerrt die Passagierzahlen, doch auch hier war der ASK-Wert höher als der RPK. Einzig im Juli und zuletzt im Dezember schafften die AUA-Planer, das Angebot auf die Nachfrage abzustimmen, was sich positiv auf die Auslastung auswirkte. Das Abstimmen der Kapazität auf die erwartete Nachfrage erfordert Fingerspitzengefühl. Entscheidend dabei ist vor allem die Erfahrung der Planer. Trotzdem werden Fluggesellschaften, nicht nur die AUA, von Krisen überrascht. Dann heißt es, kurzfristig zu reagieren, um die Verluste einzudämmen. Die AUA musste zu Beginn des Jahres wegen der Unruhen im arabischen Raum eingreifen und auch im März mussten die Strecken-Manager Korrekturen bei den Flügen nach Japan vornehmen.
Auffallend ist außerdem, dass Austrian Airlines im September, Oktober und November die Kapazitäten um bis zu zehn Prozent erhöht haben. Der RPK kam in diesem Zeitraum aber nicht über fünf Prozent hinaus.
Über das ganze Jahr gesehen lag die Auslastung der AUA-Flugzeuge bis auf den wenig relevanten Monat April immer unter dem Jahr 2010. Erst in den letzten zwei Monaten zeigten die beiden wichtigen Werte Passagierwachstum und Auslastung nach oben.
Im Dezember 2011 hat die AUA übrigens ihre Ausweitung der angebotenen Sitzkilometer wieder zurückgefahren. Ein Indiz dafür, dass man sich innerhalb der Lufthansa auf eine schwächelnde Nachfrage im ersten Halbjahr 2012 einstellt. Heuer wird wohl die blaue Linie, die den ASK angibt, wegen der Flottenreduzierung - die AUA gibt vier Flugzeuge ab - unter Null liegen.